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22:48 17 Oktober 2019
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    Landungsschiff Alexander Schabalin

    Russland plant neue Landungsschiffe: „Reichweite praktisch unbegrenzt“

    © Sputnik / The press service of the Ministry of defense of the Russian Federation
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    Russland tüftelt nach Angaben der Marineführung an neuen großen Landungsschiffen, die auch Hubschrauber mitführen sollen. Das Projekt ist angesichts des geplatzten Mistral-Deals mit Frankreich besonders aktuell. Der Marinechef verriet außerdem, wie viele russische Kriegsschiffe derzeit auf Mission sind – darunter im Mittelmeer.

    „Es werden neue große Landungsschiffe entwickelt, die in der Lage sein sollen, zehn und mehr Hubschrauber sowie 450 bis 500 Infanteristen und viele Fahrzeuge mitzuführen. Die Reichweite der Schiffe soll praktisch unbegrenzt sein“, sagte der russische Marinechef Viktor Tschirkow.

    Ein Forschungsinstitut arbeitet laut Tschirkow an der entsprechenden technischen Aufgabe: „Dann soll unsere Industrie anhand der vorgelegten Dokumente mit dem Bau beginnen. Wir bereiten uns darauf vor.“

    Auch das russische Verteidigungsministerium hatte zuvor den Bau solcher Schiffe angekündigt. Das erste davon soll, wie es hieß, gegen 2020 zustande kommen. „Es geht um ein neues Projekt ausgerechnet in der Klasse großer Landungsschiffe“, betonte ein Militärsprecher damals.

    Die russische Schiffsbauholding USBC erklärte, vorerst liege zwar nur ein „Konzeptentwurf“ vor, es sei aber durchaus möglich, ein solches Kriegsschiff binnen fünf Jahren zu entwickeln und zu bauen.

    Anfang Juli hatte das russische Forschungszentrum Krylow bei der Maribemesse in St. Petersburg bereits den Vorentwurf eines Hubschrauberträgers demonstriert. Dessen Codename ist Lawina. Ob ausgerechnet jenes Projekt umgesetzt werden soll, wollte Tschirkow jetzt nicht konkretisieren.

    Das Lawina-Schiff, falls es gebaut wird, soll bis zu 16 Hubschrauber und 450 Soldaten mitführen. Nach Ansicht der Marineführung ist dieses Projekt den französischen Mistral-Hubschrauberträgern keineswegs unterlegen. Die ursprünglich geplante Mistral-Lieferung aus Frankreich scheint inzwischen endgültig geplatzt zu sein.

    Nach Angaben des Marinechefs soll die Kriegsflotte demnächst auch neue Schiffe anderer Klasse erhalten: „Vor Jahresende planen wir, rund zehn Kriegs- und mehr als 40 Versorgungsschiffe in Empfang zu nehmen. Nach 2015 sollen außerdem neue Atom-U-Boote der Borej- und Jassen-Klasse sowie neue dieselelektrische U-Boote der Lada-Klasse gebaut und in Dient gestellt werden.“ 

    Wie Tschirkow weiter sagte, befinden sich derzeit insgesamt 68 russische Kriegsschiffe und U-Boote auf See in verschiedenen Regionen: „Bis zu zehn Kriegs- und Versorgungsschiffe halten sich im Mittelmeer ständig auf, um Aufgaben im Sicherheitsbereich dort zu erfüllen. Kriegsschiffe gibt es derzeit auch im Golf von Aden.“

    Am Sonntag hatte die russische Kriegsmarine ihren Berufsfeiertag begangen. Insgesamt stehen ihr jetzt mehr als 200 Überwasser-Kampfschiffe zur Verfügung, aber auch 72 U-Boote (50 davon atomgetrieben).

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    Tags:
    Marine, Lawina-Schiff, Jassen (U-Boot), Borej (U-Boot), Mistral, Forschungszentrum Krylow, Viktor Tschirkow, Russland