04:41 17 Februar 2020
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    IT-Forscher wollen bei der Sicherheitskonferenz Black Hat zeigen, wie smarte Gewehre der Firma Tracking Point (Stückpreis 13 000 US-Dollar) per Hackenangriff außer Betrieb gesetzt werden können.

    Runa Sandvik und Michael Auger haben eine Methode entwickelt, mit der das Schießen per eingebautem WLAN-Modul beeinflusst und Sicherheitslücken bei der Software von Waffen genutzt werden können, schreibt das Fachportal “Wired”.

    „Das System kann gezwungen werden, den Benutzer anzulügen, und er wird ständig danebenschießen“, sagt Sandvik, die zuvor den Anonymisierungsdienst Tor entwickelt hatte. Der Expertin zufolge können Hacker dank dieser Technologien gezielt Computer vollständig außer Betrieb setzen, das Visiergerät und sogar den Abzug blockieren.

    Seit der Gründung der Firma Tracking Point wurden etwa 1000 Gewehre mit computergestütztem Visiersystem verkauft, berichtet “Wired”. Das computerisierte Gewehr wählt eigenständig den Zeitpunkt für den Schuss. Der Schuss erfolgt, wenn das Ziel genau geortet ist. Mit dieser Technologie können Ziele in einer Entfernung von mehr als anderthalb Kilometer getroffen werden. Schießen können sogar Laien.

    Eine der Schwachstellen des Gewehrs ist, dass man einen Server dafür benötigt — es ist an einem drahtlosen Netzwerk (WLAN) zum Synchronisieren mit dem Computer angeschlossen. Wenn das WLAN aktiv ist, wird das werkseigene Passwort verwendet, mit dem jeder an die drahtlose Verbindung angeschlossen werden kann. In diesem Moment kann der Hacker sich Zugang zum Betriebssystem verschaffen, um die wichtigsten Parameter bei der Zielerfassung zu ändern.

    Das Hacken des Servers kann erkannt werden, wenn das Visier einen Bildsprung verzeichnet und die Position ändert. Wenn der Schütze das Gewehr bewegen sollte, bleibt der Hackerangriff unbemerkt.

    "Wenn Sie kein guter Schütze sind, können Sie das auf die zitternden Hände zurückführen“, sagt Runa Sandvik.

    Nach Angaben von Hackern kann das Gewehr ohne die Betätigung des Abzugs jedoch nicht gezwungen werden, zu schießen. Dennoch weisen die entdeckten Mängel auf mögliche Probleme in der Zukunft, wenn tödliche Waffen ans Internet angeschlossen werden können.

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