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    Analytiker: Mistral-Gelder werden für Bau von Landungsschiffen ausgegeben

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    Die Gelder, die Frankreich für die Nichtlieferung der Mistral-Hubschrauberträger an Russland zurückgezahlt hat, werden für den Bau von zukunftsträchtigen großen Landungsschiffen ausgegeben, die derzeit in Russland entwickelt werden, wie der Direktor des Zentrums für Analyse des weltweiten Waffenhandels, Igor Korotschenko, äußerte.

    Laut Korotschenko bleiben die russischen Interessen in der Situation mit den Mistral-Schiffen vollständig gewahrt.

    Früher hatte der Kreml-Pressedienst mitgeteilt, dass der russische Präsident Wladimir Putin und Frankreichs Präsident François Hollande beschlossen hatten, den Vertrag aufzukündigen, und dass Frankreich die für die beiden Schiffe gezahlte Summe bereits an Moskau überwiesen hat. Nach der vollständigen Rückgabe der Ausrüstungen könne Frankreich nun über das weitere Schicksal der Hubschrauberträger entscheiden.

    „Russlands Interessen bleiben vollständig gewahrt, wir haben das Geld erhalten, das von der französischen Seite überwiesen wurde. Nun werden diese Mittel in den Bau von großen Landungsschiffen auf den Werften der Vereinigten Schiffsbaukorporation investiert“, sagte Korotschenko. Frankreich sei aus dem Mistral-Deal mit großen Schäden für die Finanzen und für seinen Ruf ausgestiegen, fügte er hinzu.

    „Nunmehr werden internationale Abnehmer Frankreich kaum mehr Vertrauen schenken, denn es hat gezeigt, wie es unter dem Druck der Amerikaner nachgeben kann. Das wird bestimmt auch für künftige Verträge Konsequenzen haben“, unterstreicht der Experte.

    Laut ihm können die Hubschrauberträger entweder als Metallschrott verwertet oder zu schwimmenden Lagern für illegale Migranten umgebaut werden, die auf selbstgebauten Booten versuchen, aus Nordafrika nach Südeuropa zu gelangen.

    „Frankreich wird die Mistral-Schiffe kaum jemandem verkaufen können, weil sie für russische Anforderungen und nach russischen Maßen für Hubschrauber und Landungstechnik projektiert worden sind“, betonte Korotschenko.

    Der Mistral-Vertrag war 2011 zwischen den französischen Werften DCNS/STX und dem russischen Rüstungskonzern Rosoboronexport geschlossen worden. Das erste Schiff – „Wladiwostok“ – sollte im November 2014 ausgeliefert werden. Paris legte den Deal aber wegen des Ukraine-Konfliktes auf Eis. Die beiden Mistral-Schiffe dürften 1,2 Milliarden Euro gekostet haben.

    Zurzeit werden in Russland Landungsschiffe „Iwan Gren“ des Projekts 11711 gebaut, die in ihrer Klasse die größten sind. Sie sollen bald von großen Landungsschiffen des Projekts „Lawina-Priboj“ abgelöst werden, die vom Krylow-Forschungszentrum und dem Konstruktionsbüro Newskoje projektiert wurden. Die neuen großen Landungsschiffe werden deutlich mehr Hubschrauber an Bord nehmen können und nach ihren Eigenschaften den Mistral-Schiffen ähneln.

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    Tags:
    Mistral, DCNS/STX, Forschungszentrum Krylow, Rosoboronexport, François Hollande, Wladimir Putin, Igor Korotschenko, Frankreich, Russland