19:54 19 August 2018
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    USA bereiten sich auf einen Kalten Krieg im All gegen Russland und China vor

    Medien: USA bereiten sich auf einen Kalten Krieg im All gegen Russland und China vor

    © AP Photo / NASA, File
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    Die USA, China und Russland eröffnen einen neuen unblutigen Kriegsschauplatz: Sie bringen immer modernere Ausrüstungen in eine Erdumlaufbahn, die auch zu Kriegszwecken einsetzt werden können, heißt es in einem Beitrag von Reuters.

    Die Erdumlaufbahnen ähneln zunehmend einem Kampffeld: Ins All werden „Beobachtungssatelliten“ geschossen, welche die gegnerische Technik außer Betrieb setzen können, wobei sie von der Erde aus von Kampfanlagen unterstützt werden, die mit zerstörerischen Präzisionsraketen bestückt werden. Diese können den Orbit erreichen und Raumgeräte des Gegners vernichten, schreibt der Militärbeobachter David Axe in einem Beitrag für die Agentur Reuters.

    Laut dem Experten lässt sich schwer feststellen, wie viele Satelliten im Orbit tatsächlich als Waffen bezeichnet werden können, denn viele Raumschiffe sind Dual-Use-Apparate: Sie erfüllen zwar friedliche Funktionen, haben jedoch ein Militärpotenzial.

    „Mit einem einzigen „Switch“ kann sich ein Beobachtungssatellit, der angeblich für Reparaturarbeiten im Orbit zuständig ist, in einen Killer-Roboter verwandeln, der andere Satelliten mittels Laser, Sprengladungen oder mechanischer Vorrichtungen vernichtet. Bis er jedoch tatsächlich eine Attacke ausgeführt hat, scheint der Satellit völlig friedlich zu sein“, unterstreicht Axe.

    Außerdem dient die Dual-Use-Bestimmung bei Raumgeräten rein politischen Zwecken. So verfügen die USA über die größten Mengen von „kosmischen Waffen“ im Orbit, obgleich ihre Apparate angeblich nur friedlicher Bestimmung seien, während deren sonstige Funktionen geleugnet werden.

    Wie der Beobachter anmerkt, ließ US-Präsident George W. Bush das Land 2002 aus dem Vertrag mit Russland aussteigen, der die Entfaltung von Anti-Raketen-Waffen im Raum verbot. Mit diesem Schritt erhielt Bush die Möglichkeit, eine Abfangrakete im Orbit zu stationieren, die laut dem Weißen Haus für die Abwehr von Atomangriffen seitens „gefährlicher“ Staaten wie etwa Nordkorea bestimmt ist. Der Ausstieg der USA aus dem Vertrag stellte auch den Konsens bezüglich der ausschließlich friedlichen Nutzung des Weltraums in Frage.

    „Die Regierungsagenturen und US-amerikanischen Firmen haben mindestens 500 Satelliten, also etwa genauso viel, wie alle anderen zusammen genommen. Etwa 100 davon haben im Grunde eine militärische Bestimmung. Die meisten davon sind für Kommunikation und Monitoring geeignet. Mit anderen Worten: sie sind gegen die Erde gerichtet“, fügt David Axe hinzu.

    2010 haben die US-Luftstreitkräfte ein unbemanntes wiederverwendbares Flugzeug X-37B in eine niedrige erdnahe Umlaufbahn gebracht, das, wie in den Luftstreitkräften unterstrichen wird, Teil des „experimentellen Programms zur Vorführung von Technologien“ ist. Trotzdem nehmen Experten der Organisation „Secure World Foundation“ an, dass die Х-37B sich an Satelliten annähern, sie inspizieren und von der Laufbahn abbringen kann.

    Ferner wurde 2008 vom Kreuzer „Lake Erie“ (CG-70), der mit der hochtechnologischen Radaranlage Aegis ausgestattet ist, eine SM-3-Abfangrakete abgeschossen, die einen kaputten Satelliten bei einer Geschwindigkeit von 22.000 Meilen pro Stunde traf und zerstörte. Heute verfügen die US-Streitkräfte über Dutzende derartiger Kreuzer, die bis zu 50 Raumsatelliten Russlands und Chinas von der Erdumlaufbahn abbringen können.

    Wie der Beobachter betont, hat Russland von der Sowjetunion ein beeindruckendes Raum-Frühwarnsystem geerbt. Dieses habe dank den europäischen Verbündeten Russlands, den ehemaligen Ostblock-Ländern, ein breites Wirkungsfeld. So habe Moskau im Grunde eine volle Palette von Flugapparaten im erdnahen Orbit. Dabei bleibe China, so Axe, trotz den Starts einer Reihe von kleineren Raumschiffen (SJ-6F und SJ-12) angesichts möglicher Raumangriffe sehr verwundbar wegen Mangels an Radaren, Teleskopen und irdischen Sensoren, die Raketen zu einem Ziel im Weltraum bringen können.

    „Die wachsende Anzahl von Raumwaffen, die von erdgestützten Netzen und Orbitalsensoren gesteuert werden, eröffnet den entlegenen Schauplatz eines neuen unblutigen Kalten Krieges“, schließt der Analytiker.

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    Tags:
    Weltraum, Atomwaffen, Waffen, SJ-12, SJ-6F, Raumflugzeug X-37B, David Axe, George W.Bush, USA, Russland, China, Nordkorea
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