23:55 20 November 2019
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    Ukrainische Soldaten

    Kiew: Mobilmachungsplan nur zur Hälfte erfüllt

    © AFP 2019 / Yuriy Dyachyshyn
    Militär
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    Der Mobilmachungsplan der ukrainischen Armee ist zu 50 Prozent erfüllt, wie ein Sprecher des ukrainischen Verteidigungsministeriums dem TV-Sender „112“ mitteilte.

    „Nur ein Drittel der einer medizinischen Begutachtung unterzogenen Rekruten wurden in die Armee einberufen.“ Die niedrige Kennziffer hängt dem Sprecher zufolge mit einer Verschärfung der Auswahl zusammen.

    Unter anderem wurde nicht nur die Gesundheit der Wehrpflichtigen in Betracht gezogen, sondern auch ihr psychologischer Zustand. 

    Dank der wachsenden Zahl der auf Vertragsbasis dienenden Soldaten in den ukrainischen Streitkräften konnten diesmal etwa 10.000 Mann mehr als in den früheren Mobilmachungskampagnen eingezogen werden.

    Die Anfang Juni gestartete sechste Mobilmachungswelle in der Ukraine sei gestern zu Ende gegangen. Obwohl es sich hierbei um die letzte Kampagne in diesem Jahr handele, schließe das ukrainische Militäramt drei weitere Mobilmachungswellen nicht aus.

    In letzter Zeit sehen sich die ukrainischen Behörden bei der Ergänzung der Armee mit Schwierigkeiten konfrontiert.  Die niedrigsten Kennziffern weisen hierbei die westukrainische Gebiete Transkarpatien und Iwano-Frankowsk mit 27 bzw. 25 Prozent des Solls auf.

    Mehrmals wurden Fälle von Zwangsmobilmachung registriert. So wurden drei festgenommene Schmuggler aus Transkarpatien am 22. Juli unter Zwang zum Wehrersatzamt eingezogen. In der Ukraine sind alle Männer im Alter zwischen 18 und 60 Jahren wehrpflichtig.

    Nach Angaben des Föderalen Migrationsdienstes Russlands sind mehr als 550.000 Ukrainer auf russischem Territorium von dem Wehrdienst geflohen.

    Die Wehrpflicht war in der Ukraine 2013 abgeschafft worden, nachdem Kiew Kurs auf eine Berufsarmee genommen hatte. Nach Beginn der Sonderoperation im Donbass im April 2014 ordnete Alexander Turtschinow, der damals amtierender Präsident der Ukraine war, erneut die Einberufung zum Wehrdienst an.

    2014 wurden allerdings keine Soldaten zum Grundwehrdienst einberufen. Stattdessen gab es drei Teil-Mobilmachungen.

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    Tags:
    Ukrainische Armee, Wehrdienst, Mobilmachung, Russlands Föderaler Migrationsdienst, Verteidigungsministerium der Ukraine, Alexander Turtschinow, Ukraine, Iwano-Frankowsk, Transkarpatien, Donbass