23:20 23 August 2017
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    Europapolitiker: Ohne Russland wäre Nato längst vergessen

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    Eine Bedrohung von Seiten Russlands, die in der Nato aktiv diskutiert wird, besteht nur in Worten, um die Existenz des Bündnisses zu rechtfertigen, wie Miloslav Ransdorf, tschechischer Abgeordneter des Europaparlaments, in einem Interview mit Sputnik sagte.

    „Die Nato sucht, womit sie ihr Bestehen rechtfertigen könnte“, so der Politiker von der europäischen Linkspartei GUE. Lord Hastings Lionel Ismay, der erste Generalsekretär der NATO, hätte seinerzeit gesagt, das Ziel der Allianz bestehe darin, „die Russen außerhalb Europas, die US-Amerikaner in Europa und die Deutschen unter Kontrolle Europas zu halten“. Derzeit komme das Bündnis mit dieser Aufgabe nicht zurecht.

    „Die USA haben Europa nie verlassen, Deutschland befindet sich heute keinesfalls unter Kontrolle“, betonte er. „Die Nato hat nur die einzige Aufgabe erfolgreich bewältigt, nämlich ein angespanntes Verhältnis zu Russland zu schaffen.“

    Im Mittelpunkt der bevorstehenden Nato-Tagung in Bukarest solle die Einrichtung neuer Stützpunkte in Osteuropa stehen. „Ich glaube nicht, dass die Tagung einen Ausbruch von Enthusiasmus auslösen wird, wenn auch eine Deklaration formuliert werden soll, die zur Stationierung neuer Nato-Stützpunkte in der Region auffordern wird“, so Ransdorf.

    Vor dem Hintergrund der Differenzen mit Russland in Bezug auf die Ukraine hatten die Nato-Mitglieder Maßnahmen zum Ausbau ihrer militärischen Aktivitäten in Europa angekündigt. Es handelt sich unter anderem um eine Verstärkung der schnellen Eingreiftruppe, eine zahlenmäßige Verstärkung der US-Truppen in Europa, eine starke Erweiterung des Übungs- und des Überwachungsprogramms und eine Zunahme von Verteidigungsausgaben. Russland äußerte dazu, es handle sich um eine beispiellose Erweiterung der Nato-Aktivitäten an seinen Grenzen.

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    NATO, Miloslav Ransdorf, Hastings Lionel Ismay, Deutschland, USA, Russland, Ukraine, Tschechien
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