00:17 17 November 2019
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    „US News“ über neuen Jagdbomber F-35: „Ineffizient und überteuert“

    © Foto : Lockheed Martin
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    Der amerikanische Steuerzahler könne nicht weiter in die Entwicklung des Jagdbombers F-35 der fünften Generation investieren, dessen ohnehin riesige Kosten immer weiter steigen, wie der Präsident der Organisation Taxpayers for Common Sense, Ryan Alexander, in der Zeitung „US News and World Report“ schreibt.

    Ende Juli hatten Vertreter des US-Marine-Corps erklärt, dass ihre Variante des Jagdbombers F-35 die Schlussphase der Entwicklung erreicht habe, die als „Initial Operating Capability“ (IOC) bekannt ist. Dieser Begriff bedeutet, dass das Flugzeug auf der niedrigsten Stufe der Kampfbereitschaft steht und zum Einsatz mit geschultem Personal bereit ist.

    „Das bedeutet nicht, dass das Flugzeug vollständig einsatzbereit ist“, merkt Alexander an und klärt auf: Die Phase der „vollständigen Einsatzbereitschaft“ bedeute, dass alle Einheiten und Organisationen der Streitkräfte, die Anspruch auf die F-35 erheben, die Maschinen bekommen und zu deren Einsatz und Wartung bereit seien.

    So geht die Entwicklung des Jagdbombers weiter, während die Kosten des Flugzeuges weiter steigen.
    Genau in so einer Form, also mit dem niedrigsten Grad der Einsatzbereitschaft, sollen die Militärs von Yuma, Bundesstaat Arizona, die neue Maschine erhalten.

    Alexander erinnert daran, dass der Senator dieses Bundesstaates, John McCain, noch 2013 die Situation um die steigenden Kosten für die Entwicklung des F-35-Bombers als sehr peinlich bezeichnet hatte. Nach dem Erhalt des Flugzeuges äußerte McCain Zweifel an der Zuverlässigkeit und den Möglichkeiten der Maschine.

    Früher in diesem Jahr hatte der US-Rechnungshof einen Bericht veröffentlicht, laut dem das Pentagon die jährlichen Ausgaben für den neuen Jagdbomber von acht auf je zwölf Milliarden Dollar in den nächsten fünf Jahren und anschließend auf 14 Milliarden zu steigern plant. Sollte das notwendige Finanzierungsniveau nicht erreicht werden, werde das Pentagon sich den ursprünglichen Lieferplan nicht leisten können, so der Bericht.

    Und das ist laut dem Experten noch gelinde gesagt. Die langfristige Wartung der F-35-Bomber und die Aufrechterhaltung von dessen Kampfbereitschaft werden vom US-Rechnungshof auf eine Billion Dollar geschätzt, wobei diese Zahl noch „nach oben kriechen“ werde, so Alexander.

    „Kann denn das Pentagon sich derart massive Investitionen in ein Flugzeug leisten, das entwickelt wird, um mindestens 40 Jahre im Dienst zu stehen, während nichts davon bekannt ist, welche Kriege im Jahr 2025, geschweige denn 2055 geführt werden?“, fragt sich der Chef des Steuerzahler-Verbandes.

    Der neue amerikanische Jagdbomber wurde bereits von anderen Experten kritisiert. So hat etwa die amerikanische NGO National Security Network erklärt, dass die Jäger MiG-29 und Su-27, die noch zu Sowjetzeiten entwickelten wurden, der F-35 nach ihren technischen Merkmalen überlegen sind.

    Wie James Hasik vom Center for Strategic and International Studies in Washington sagte, wurden bereits 100 Milliarden US-Dollar in das F-35-Projekt gesteckt. Die US Air Force setze weiterhin auf den F-35-Jet, obwohl mit dieser Summe 740 Eurofighter Typhoon hätten gekauft werden können.

    "In der Marineinfanterie, der Luftwaffe und Marine der USA hoffte man, dass das neue Jagdflugzeug eine souveräne Luftüberlegenheit zeigt", ergänzte der Experte. Mit der Zeit habe sich jedoch herausgestellt, dass die Entwicklung des Kampfjets die kalkulierten Kosten weit übersteige.

    Nach Angaben des australischen Parlamentariers und Militärexperten David Jensen hat der neue Kampfjet sogar schlechtere Manövriereigenschaften als das F-22-Modell. Ihm zufolge ist bei der Entwicklung des Flugzeugs nicht auf die Lehren aus dem Vietnam-Krieg geachtet worden — in den amerikanischen Militärdoktrinen der 1950er-Jahre war vom Ende der „Ära der Luftkämpfe" die Rede gewesen. Deshalb bauten die USA den Jagdbomber F-4 Phantom, der mit den modernen Radaren und Suchköpfen, acht „Luft-Luft“-Raketen und anderen technologischen Neuheiten ausgestattet ist. Wegen dem angeblichen Ende der „Ära der Luftkämpfe“ wurden keine Kanonen mehr für den Luftkampf montiert.

    Früher hatte die australische Zeitung News.com.au auf die Probleme des F-35 aufmerksam gemacht und den amerikanischen Jäger mit dem neuesten russischen Jagdflugzeug der fünften Generation, T-50, verglichen. In dem Artikel wurde unter anderem darauf verwiesen, dass das russische Flugzeug, wenn man nach verfügbaren Videoaufnahmen urteilt, seinem US-Pendant deutlich an Manövrierfähigkeit überlegen sei.

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    Tags:
    F-35, Initial Operating Capability (IOC), US News and World Report, Ryan Alexander, John McCain, USA