01:24 05 Juni 2020
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    Pakistan baut in hohem Tempo nukleare Sprengköpfe und könnte laut amerikanischen Experten schon in zehn Jahren zur drittgrößten Kernwaffenmacht hinter den USA und Russland aufsteigen, auf die insgesamt mehr als 90 Prozent der weltweiten Atomwaffenbestände entfallen.

    Nach Angaben der Carnegie Stiftung für Internationalen Frieden baut Pakistan mittlerweile bis zu 20 Atomsprengköpfe im Jahr. Sollte dieses Tempo beibehalten werden, dann könnte die Islamische Republik bereits 2025 die drittgrößte Kernwaffenmacht sein.

    Derzeit verfügt der südasiatische Staat über sechstgrößte Atomwaffenvorräte hinter Russland, den USA, Frankreich, China und Großbritannien. Ein Regierungssprecher in Islamabad bezeichnete die Prognose der Carnegie Stiftung als übertrieben. „Pakistan ist eine verantwortungsbewusste Kernwaffenmacht und kein Abenteurer“, sagte er zur „Financial Times“.

    Pakistan hatte sich 1998 zur Atomwaffenmacht erklärt, nachdem sein regionaler Erzrivale Indien eigene Atomwaffen getestet hatte. Beide Staaten lehnen Beitritt zum Atomwaffensperrvertrag ab.

    Die beiden größten Atomwaffenmächte rüsten unterdessen ab. Seit den 1990ern haben Russland und die USA bereits drei Atom-Abrüstungsabkommen geschlossen und zwei davon bereits umgesetzt. Zuletzt einigten sie sich 2010 darauf, binnen sieben Jahren die Anzahl ihrer atomaren Sprengköpfe auf je 1550 zu verringern und die Zahl der strategischen Trägersysteme (land- und seegestützte Langstreckenraketen und Langstreckenbomber) zu halbieren.

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    Tags:
    Atomwaffen, Pakistan