11:29 22 Juni 2018
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    CH-53E Super Stallion Hubschrauber und USS Peleliu im Pazifik

    USA basteln im Pazifikraum an neuer Nato

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    Militär
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    Die USA wollen nach Ansicht eines russischen Experten das pazifische Freihandelsabkommen TPP durch militärpolitische Maßnahmen ergänzen, um sich dem Einfluss von Russland und China entgegenzustellen. Das wäre eine Art östliche Nato.

    Der russische Wirtschaftsexperte Alexej Tschitschkin schreibt in einem Gastbeitrag für die Wochenzeitung „WPK“, die US-Regierung wolle den seit 1952 bestehenden Pazifikpakt ANZUS (Australien, Neuseeland und die USA) als Grundlage für einen neuen Zusammenschluss nutzen. 

    „Seit 2013 hat sich die Zahl der bilateralen und trilateralen Militärübungen im Rahmen des ANZUS-Abkommens nahezu verdoppelt. Vertreter des britischen Verteidigungsministeriums sind dabei regelmäßig präsent. Das Ministerium führt seit Anfang 2014 immer häufiger Konsultationen mit seinen Kollegen aus Australien und Neuseeland, um die militärische Kooperation zu intensivieren“, so Tschitschkin. 

    Er schreibt weiter: „US-Medien mahnen unterdessen zu einer aktiveren Eindämmungspolitik gegen Russland und China und betrachten Pekings zunehmenden politisch-wirtschaftlichen Aktivitäten im Pazifikraum als reale Bedrohung für die strategischen Interessen der USA und ihrer Verbündeten in der Region. Ähnlich betrachtet man in Washington auch die Situation um die umstrittenen öl- und gasreichen Spratly-Inseln (Südchinesisches Meer), wo China seine Positionen festigt.“

    Neben dem ANZUS-Pakt habe die US-Regierung auch bilaterale Abkommen über militärische Hilfe bzw. Kooperation mit verschiedenen Pazifikländern wie Japan, Südkorea, Indonesien und den Philippinen. In Mikronesien und weiteren pazifischen Regionen hätten die USA Stützpunkte und Aufklärungsanlagen. „Der Boden für eine stärkere Präsenz des Pentagons in vielen Sektoren des Pazifiks ist also maximal günstig“, so der russische Experte.

    Und die Regierung in London sei australischen und neuseeländischen Medienberichten zufolge dabei, einen Wiederaufbau der 1975 aufgelösten ANZUK-Allianz mit Australien und Neuseeland zu initiieren. Diese Allianz werde als Kernstück für einen neuen militärischen Sicherheitsvertrag im Rahmen des Commonwealth of Nations geplant, hieß es.

    Nach Ansicht des Experten soll als dies als „militärpolitische Stütze“ für die Transpazifische Partnerschaft TPP dienen, an der die USA derzeit großes Interesse zeigen. Dieses Freihandelsabkommen soll gegen Ende 2016 laut Tschitschkin durch einen neuen Vertrag ausgebaut werden. Insgesamt 14 pazifische Länder und Territorien sollen dazu gehören – ohne Russland und China. 

    „Offensichtlich werden die USA in dieser ‚Partnerschaft‘ dominieren, die (von ihrer Zusammensetzung ausgehend) darauf abzielt, vor allem Russland und China daran zu hindern, ihre politischen und wirtschaftlichen Positionen in der Region zu festigen“, so der Kommentar. 

    „Der nicht unbekannte Marshallplan, der eigentlich als wirtschaftlich galt, wurde durch die Entstehung der militärischen Westeuropäischen Union und dann auch des Nordatlantischen Bündnisses begleitet. Im Hinblick auf den ANZUS- und den ANZUK-Trend sieht es danach aus, dass dasselbe militärpolitische Muster nun anhand der Transpazifischen Partnerschaft wiederholt werden soll“, schreibt  Tschitschkin zum Schluss.

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    Tags:
    TPP, Pazifikpakt ANZUS, NATO, Alexej Tschitschkin, USA, Russland, China, Neuseeland, Australien
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