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09:00 19 September 2019
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    Fahrt des US-Militärkonvois „Dragoon Ride“ durch Tschechien

    Umstrittener US-Panzerkonvoi fährt durch Tschechien

    © AP Photo / Mindaugas Kulbis
    Militär
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    Der erste Teil eines nicht unumstrittenen US-Militärkonvois unter dem Namen „Danube Ride“ (auf Deutsch – „Donau-Fahrt“) startet am Mittwoch seine Verlegung durch Tschechien zum Ort der gemeinsamen Manöver „Brave Warrior 2015“ in Ungarn.

    Der Vortrupp des Konvois besteht aus 21 Fahrzeugen und 62 Soldaten. Der Vortrupp soll die Fahrtroute der Hauptkolonne überprüfen, die am 13. September vom Stützpunkt in der bayerischen Stadt Vilseck starten soll.

    Der Vortrupp der Donau-Fahrt soll vom 09. bis 12. September das ganze Territorium Tschechiens und einen Teil der Slowakei durchqueren, dann vom Übungsplatz in Ungarn umkehren und am Abend des 12. Septembers wieder im Stützpunkt eintreffen.

    Am nächsten Tag, dem 13. September, sollen 550 Soldaten mit 150 Kampfpanzern, sowie 54 Lastkraftwagen des Schutzgeleits in Tschechien einrollen. Sie sollen auf der Autobahn D5 bis Prag und dann auf der D1-Autobahn bis Wischau fahren, wo sie in örtlichen Kasernen übernachten sollen. Am nächsten Tag soll der Konvoi bis zur slowakischen Grenze und weiter durch die Slowakei rollen. Die nächste Nacht soll er dann in Ungarn verbringen.

    Da die US-Soldaten und Militärtechnik sich weniger als 48 Stunden in Tschechien aufhalten sollen, ist dafür keine Zustimmung seitens des Parlaments der Republik erforderlich. Dafür reicht eine Entscheidung der Regierung, die bereits getroffen wurde, aus.

    Manöver des US-Konvois Dragoon Ride
    © AP Photo / Mindaugas Kulbis
    Im Unterschied zur Frühlingsfahrt des US-Militärkonvois „Dragoon Ride“ durch Tschechien, der nach gemeinsamen Manövern in den baltischen Staaten zurückkehrte, wird es diesmal, dem tschechischen Verteidigungsministerium zufolge, eine äußerst technische Truppenverlegung sein. Die US-Militärs werden sich nicht mit der Bevölkerung treffen und planen kein Demonstrieren ihrer Militärtechnik.

    Das ist auch gut so, denn noch im März des laufenden Jahres, als die Pläne der US-Militärkräfte zur Durchfahrt durch Tschechien bekannt gegeben wurden, hatten tschechische Anti-Kriegs-Aktivisten eine Protestkampagne unter dem Motto „Tanks? No thanks!“ gestartet. Auf ihrer Facebook-Seite lehnten sie die geplante Prozession des US-Militärs als „unnötige und gefährliche Provokation“ ab.

    Nach der Einschätzung der Aktivisten wird eine routinemäßige Truppenverlegung in einer Art „Siegesparade“ präsentiert, um die Tschechen mit der militärischen Stärke der USA zu beeindrucken. „Wir wollen keine ausländischen Militärfahrzeuge mehr bei uns erleben“, hieß es im März aus der Organisation „Welt ohne Krieg und ohne Gewalt“.

    Aus Angst vor heftigen Protesten hatte die tschechische Regierung laut örtlichen Medien sogar beschlossen, dem US-Militärkonvoi Schutzgeleit zu geben. Laut Petr Hájek, Chefredakteur des tschechischen Portals Protiproud, sind diese Sorgen nicht ganz unbegründet. Der ehemalige Berater des tschechischen Präsidenten Václav Klaus rechnet mit „ernsthaften“ Protesten gegen den US-Militärkonvoi.

    Trotz jeglicher Proteste starten die USA nicht nur ihre Konvoi-Fahrt durch Europa, sondern planen jüngsten Berichten der Budapester Zeitung Napi Gazdasag zufolge auch, einen zeitweiligen Stützpunkt mit Panzern vom Typ M1 und gepanzerten Fahrzeugen Bradley im Jahr 2016 im Osten von Budapest nahe der ukrainischen Grenze einzurichten. Eine entsprechende Vereinbarung wurde angeblich im Februar des laufenden Jahres während des Besuchs des Befehlshabers der US Army Europe, Generalleutnants Ben Hodges, in Budapest geschlossen.

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    Tags:
    Panzertechnik, Militärmanöver, Übungen, Brave Warrior 2015, Frederick Ben Hodges, Deutschland, USA, Ungarn, Tschechien