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    Das britische Verteidigungsministerium hat zugegeben, dass ein eigenes U-Boot, und kein russisches, wie zuvor angenommen, den nordirländischen Trawler „Karen“ im internationalen Gewässer der Irischen See bei einem Nato-Manöver in Gefahr gebracht hatte. Der Unfall hatte sich im April 2015 ereignet.

    Ein britisches U-Boot ging ins Netz des Fischtrawlers und zog ihn mit hoher Geschwindigkeit rückwärts, wobei die Mannschaft des U-Bootes den Vorfall nicht einmal bemerkte. Aus diesem Grund war das U-Boot nicht aufgetaucht und nicht am Unfallort geblieben, wie es Vorschrift ist. Grob gesagt war das U-Boot vom Tatort geflohen.

    Dabei war der Trawler, wie der Kapitän der „Karen“ damals sagte, in höchster Gefahr. Nur wenige Sekunden später und das Boot wäre gekentert.

    Britische Medien veröffentlichten daraufhin Artikel, in denen sie Russland eine mögliche Schuld an dem Unfall vorwarfen, da die Nato und die britische Marine zu der Zeit angeblich keine U-Boote in der Region eingesetzt hatten.

    „Der Einsatz eines U-Bootes so nah an den britischen Hoheitsgewässern könnte als Versuch Russlands gewertet werden, die Reaktionszeit der Nato-Partner zu testen“, schrieb damals die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter Berufung auf Experten des britischen Royal United Services Institute.

    Nun waren die offiziellen Vertreter der Royal Navy sowie die entsprechenden Medien gezwungen, eine Richtigstellung zu veröffentlichen.

    „Ein britisches U-Boot sollte des Unfalls beschuldigt werden, bei dem die Seeleute des Trawlers in Lebensgefahr waren“, berichtet die britische Boulevardzeitung Mirror.

    Die Mannschaft eines nicht genannten U-Bootes hatte laut der Staatsministerin der britischen Streitkräfte, Penny Mordaunt, „‘Karen‘ nicht als einen Fischtrawler mit Netzen im Wasser identifiziert, und deswegen keinen Umweg gemacht, was es sonst hätte machen müssen“, zitiert Mirror die Ministerin.

    „Die Royal Navy hat nun bestätigt, dass ein britisches U-Boot tatsächlich die Verantwortung dafür trägt, dass es ins Netz der ‘Karen‘ ging. Wir bedauern den Unfall, die Verzögerung bei der Feststellung der Schuldigen und bei der Untersuchung der Ereignisse an dem Tag, sowie die Konsequenzen zutiefst“, so Mordaunt weiter.

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    Tags:
    U-Boot, Unfall, Mirror, FAZ, Penny Mordaunt, Russland, Großbritannien