03:13 20 April 2018
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    Militärübungen in Russland

    Russland startet Militärmanöver des Jahres

    © Sputnik / Nikolai Chishnyak
    Militär
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    Das größte Manöver des laufenden Jahres hat am Montag in Russland begonnen. Zehntausende Soldaten mit Hunderten Kampffahrzeugen sind im Einsatz. Die Truppen trainieren dafür, einen internationalen Konflikt zentralasiatischer Herkunft zu lokalisieren.

    Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte am Montag, das Manöver Zentr-2015 sei die Schlussphase der operativen und Kampfausbildung der russischen Streitkräfte im laufenden Jahr. Außerdem ziehe das Manöver einen Schlussstrich unter die diesjährige gemeinsame Kampfausbildung im Rahmen des postsowjetischen Bündnisses OVKS (Russland, Weißrussland, Armenien, Kasachstan, Kirgisien, Tadschikistan).

    Rund 95.000 Soldaten nehmen insgesamt an den Übungen teil. Mehr als 7.000 schwere Waffensysteme und Fahrzeuge sowie bis zu 170 Flugzeuge kommen zum Einsatz. Alleine im europäischen Teil Russlands werden rund 90 Panzer, bis zu 250 Schützenpanter und bis zu 130 Mannschaftstransporter eingesetzt.

    Im Rahmen des Großmanövers soll, wie es hieß, die Fähigkeit der OVKS-Bündnisses getestet werden, die Koalitionstruppen bei der Lokalisierung eines bewaffneten internationalen Konflikts zu leiten sowie gegen illegale bewaffnete Gruppen gemeinsam vorzugehen.

    Neben den Heerestruppen des russischen Militärbezirks Mitte sind auch Kriegsschiffe im Kaspischen Meer, Einheiten der Luftlandetruppen, Militärtransportflugzeuge und Langstreckenbomber an dem Manöver beteiligt. Mit dabei sind auch kasachische Militäreinheiten, die der kollektiven OVKS-Eingreiftruppe angehören. 

    Die beteiligten Truppen sollen ihre praktischen Aktivitäten auf insgesamt 20 Truppenübungsplätzen üben. Das Manöver wird vom russischen Generalstabschef Walerij Gerassimow geleitet und soll bis zum 20. September dauern.

    Wie der Truppenchef des Militärbezirks Mitte, Wladimir Sarudnizki, mitteilte, beobachtet außerdem eine militärische Delegation aus Nicaragua die Geschehnisse vor Ort im südlichen Teil der Ural-Region. Sarudnizki präzisierte außerdem, die bei dem Manöver geübte Lokalisierung eines Konflikts betreffe die „zentralasiatische strategische Richtung“.

    Eine Episode des Manövers spielt sich beispielsweise auf dem Truppenübungsplatz Tozkij im Gebiet Orenburg ab. Eine Panzergrenadier-Einheit soll dabei laut Szenario mehrere bewaffnete Gruppen eines angenommenen Gegners entdecken und liquidieren. „Innerhalb von drei Stunden konnten die Aufklärungseinheiten zwei illegale bewaffnete Gruppen entdecken, die ihre Aktivitäten koordinieren. Um dagegen vorzugehen, sind mehr als 1.100 Soldaten und mehr als 300 Fahrzeuge und Waffensysteme vorgerückt“, sagte ein Militärsprecher am Montag. Nun werde mit Drohnen nach der Hauptbasis der bewaffneten Kämpfer gesucht, hieß es.

    Dem jetzt gestarteten Manöver waren wöchige Übungen im Militärbezirk Mitte vorausgegangen – ebenfalls von einem gigantischen Ausmaß. Truppen wurden dabei mit Militärzügen und Transportflugzeugen zum Teil  über halb Russland verlegt.

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    Tags:
    Manöver, OVKS, Wladimir Sarudnizki, Walerij Gerassimow, Russland