07:31 14 November 2019
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    Kriegsschiffe der Baltischen Flotte Russlands

    „Feuerkorridor“ und Firewalls bei Militärmanöver in Westrussland

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    Russland und Weißrussland beenden am Mittwoch ihr gemeinsames Großmanöver. Eine Woche lang wurde nahe Kaliningrad und St. Petersburg intensiv geschossen. Auch im virtuellen Raum wurde gekämpft. Militärsprecher teilen Einzelheiten mit.

    Drei modernste Korvetten der russischen Kriegsmarine haben Schießübungen in der Ostsee absolviert. Wie Militärsprecher Wladimir Matwejew am Mittwoch mitteilte, wurden dabei Ziele angegriffen, die einen Verband gegnerischer Kriegsschiffe simulierten. Seezielflugkörper wurden von allen russischen Korvetten zeitgleich abgefeuert.

    Diese Übung war Teil des russisch-weißrussischen Manövers Schtschit Sojusa 2015 („Schild der Union“). Mehr als 8.000 Soldaten nahmen daran teil. Geübt wurde im russischen Militärbezirk West – an Land, auf See und in der Luft.

    Matwejew sagte: „Laut Szenario wurde im Gebiet Kaliningrad eine illegale bewaffnete Formation entdeckt (…) Panzergrenadier-Einheiten der landgestützten Truppe der Ostseeflotte wurden alarmiert“. Die Soldaten mussten mehr als 60 Kilometer zu einem Truppenübungsplatz zurücklegen. „Kampfhubschrauber Mi-24, Selbstfahrlafetten und Mehrfachraketenwerfer gaben dem beteiligten Panzergrenadier-Regiment Deckung, das den angenommenen Gegner blockierte, verfolgte und liquidierte“, so der Sprecher.

    Militärübungen in Russland
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    Aktive Kampfhandlungen gegen illegale Formationen wurden unterdessen auch im Gebiet St. Petersburg geübt. Militärsprecher Oleg Kotschetkow erläutere: „Der angenommene Gegner startete laut Szenario einen Rückzug, um nicht eingekesselt zu werden (…) Dessen Artillerie wurde zunächst mit Panzerhaubitzen des Typs 2S19 Msta-S niedergehalten. Mehrfachraketenwerfer des Typs Grad, Uragan und Smertsch stoppten mit ihrem Feuer den Rückzug der gegnerischen Panzer und Fahrzeuge. Dann wurde durch Artillerie-Sperrfeuer ein sogenannter Feuerkorridor geschaffen: Der Gegner wurde gezwungen, für seinen Rückzug eine Richtung zu wählen, die unseren Truppen günstig war.“

    Auch im virtuellen Raum wurde gekämpft. Kotschetkow berichtete: „Die Fernmeldetruppe des russischen Militärbezirks West hat einen Cyber-Angriff des angenommenen Gegners abgewehrt.“

    Hacker der illegalen bewaffneten Formation starteten, so das Szenario weiter, eine Attacke auf die Kommunikationskanäle der in der Region stationierten Truppen, um die übertragenen Datenmengen zu verzerren und zu fälschen: „Diese Versuche wurden anhand von Firewalls registriert. Der angegriffene Computer wurde manuell blockiert und ein Reserve-Verbindungskanal genutzt. Mehrere Episoden mit jeweils drei bis vier Cyber-Attacken wurden auf diese Weise simuliert.“

    In einer anderen Phase des Manövers wurden auch unbemannte Luftfahrzeuge ins Visier genommen. „Fachleute im Bereich der elektronischen Kampfführung hielten Drohnen des angenommenen Gegners nieder. Der automatisierte Störsender des Typs Schitel kam für diese Zwecke zum Einsatz. Die Aufgabe wurde dadurch verkompliziert, dass die Steuerung gegnerischer Drohnen gestört werden musste, ohne eigene Drohnen an ihrem Einsatz zu hindern“, so Kotschetkow.

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    Tags:
    Cybersicherheit, Militärmanöver, Mehrfachraketenwerfer Smertsch, Uragan-System, Grad-Mehrfachraketenwerfer, 2S19 „Msta-S, Mi-24, Schild der Union 2015, Ostseeflotte, Baltische Flotte, Oleg Kotschetkow, Wladimir Matwejew, Weißrussland, Russland