11:47 17 November 2019
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    Russischer Diplomat entlarvt Spekulationen um „iranische Raketenbedrohung“

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    Lieferung russischer S-300-Flugabwehrraketen an Teheran (44)
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    Mit den Spekulationen über eine “iranische Raketenbedrohung” werden nach Ansicht des ranghohen russischen Diplomaten Michail Uljanow Handlungen zur Untergrabung des russischen Eindämmungspotenzials kaschiert.

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    „Wir haben gute Gründe zur Annahme, dass die Spekulationen zum Thema ‚iranische Raketenbedrohung‘ nur ein Deckmantel für die Umsetzung eines Projekts sind, dessen eigentliches Ziel in der Untergrabung des russischen Potentials der nuklearen Eindämmung besteht“, sagte Uljanow, Chef des Ressorts Non-Proliferaton und Rüstungskontrolle im russischen Außenamt, in einem Gespräch mit RIA Novosti. Damit würden auch „europäische Verbündete in eine langwierige militärische Konfrontation mit Russland einbezogen, was allem Anschein nach im Interesse der USA wäre“.

    „Niemand kann erklären, worauf die Befürchtungen basieren, der Iran könnte Raketenschläge gegen europäische Metropolen unternehmen“, so der Diplomat. „Es ist doch offensichtlich, dass Teheran nicht das geringste Motiv dazu hätte. Dieses Thema wird deshalb sorgfältig ignoriert. Die ‚iranische Raketenbedrohung‘ wird als ein unwiderlegbarer Fakt präsentiert, der keine Begründung erfordert.“

    „In technischer Hinsicht stellt der Iran keine Bedrohung für Europa dar“, sagte Uljanow. „Die höchste Reichweite der iranischen Raketen liegt unter 2.000 Kilometer. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass Teheran eine Vergrößerung dieser Reichweite anstreben würde.“

    „In diesem Zusammenhang sollte erwähnt werden, dass die Sanktionen gegen den Iran seit vielen Jahren ein faktisches Verbot für den Transfer von Raketentechnologien an dieses Land vorsieht. Die Sanktionen werden zwar in einigen Monaten aufgehoben, im Rahmen der umfassenden Einigung über das iranische Nuklearprogramm werden aber ernsthafte Einschränkungen auf diesem Gebiet weiter bestehen.  Für etwaige Lieferungen, die mit Raketentechnologien in Verbindung stehen, werden in den nächsten acht Jahren spezielle Beschlüsse des Uno-Sicherheitsrates für jeden konkreten Fall erfordern.“

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    Die historische Einigung zwischen dem Iran und der internationalen Sechsergruppe (die fünf Veto-Länder plus Deutschland) über das iranische Atomprogramm war in der Nacht zum 14. Juli erzielt worden. Die jahrelangen Verhandlungen gingen mit der Unterzeichnung eines umfassenden Aktionsplans zu Ende, nach dessen Ausführung die vom Uno-Sicherheitsrat sowie von den USA und der EU gegen den Iran verhängten Wirtschafts- und Finanzsanktionen  vollständig aufgehoben werden sollen.

     

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    S-300, Michail Uljanow, USA, Russland, Iran