10:42 18 Juni 2019
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    Atombombe des Typs B61-12

    US-Atomwaffen in Deutschland: Kreml stellt Gegenmaßnahmen in Aussicht

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    Militär
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    Die Stationierung neuer Nuklearwaffen auf dem Bundeswehr-Fliegerhorst Büchel kann das strategische Machtgleichgewicht in Europa beeinträchtigen. Sollte dies geschehen, wird Russland entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen, wie der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Mittwoch sagte.

    Zuvor hatte der Fernsehsender ZDF unter Berufung auf US-Haushaltspläne berichtet, dass die Vereinigten Staaten trotz des Atomwaffensperrvertrages demnächst neue taktische Nuklearwaffen in der Stadt Büchel in Rheinland-Pfalz stationieren werden.

    Das Bundesverteidigungsministerium weigerte sich, dies zu kommentieren, und ein Pentagon-Sprecher erklärte in einem Gespräch mit Sputnik, dass die Vereinigten Staaten keine Verträge verletzt hätten, da sie ihre nicht-strategischen Atomwaffen seit dem Ende des Kalten Krieges angeblich um etwa 90 Prozent verringert hätten.

    „Das ist ein weiterer Schritt, und leider auch ein sehr ernsthafter Schritt hin zu wachsenden Spannungen auf dem europäischen Kontinent“, sagte Dmitri Peskow. Angesichts des Beschlusses des Deutschen Bundestages sei ein solches Szenario realitätsnah und werde offensichtlich auch angestrebt.

    Peskow zufolge könnte dies zu einem Verstoß gegen das strategische Machtgleichgewicht in Europa führen. In einem solchem Fall werde Russland entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen, um die Parität wiederherzustellen, betonte er. Die Stationierung von Atomwaffen in Deutschland seien kein Schritt in Richtung Stabilität, Vertrauen und Sicherheit in Europa, fügte er hinzu.

    Zuvor hatte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, in einem Gespräch mit dem ZDF erwähnt, dass die Stationierung von weiteren Atomwaffen in Büchel eine Verletzung von Artikel 1 und 2 des Vertrages über die Nichtverbreitung von Atomwaffen sei.

    „Uns beunruhigt, dass Staaten, die eigentlich keine Atombomben besitzen, den Einsatz dieser Waffen üben – und zwar im Rahmen der Nato-Praxis der Nuklearen Teilhabe“, betonte sie. Sacharowa verwies darauf, dass „nicht nur in Deutschland, sondern auch in Belgien, den Niederlanden, in Italien und der Türkei“ weiterhin taktische US-Nuklearwaffen stationiert werden, wobei Russland bereits in den 90er Jahren sein Arsenal von nicht-strategischen Atomwaffen auf ein Viertel verringert hatte. Die Sprecherin fügte hinzu, dass in den USA derzeit nukleare Fliegerbomben und in den europäischen  Nato-Mitgliedsstaaten Trägerflugzeuge für solche Waffen modernisiert werden.

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    Atomwaffen, Deutschland