Widgets Magazine
11:34 15 Oktober 2019
SNA Radio
    Syrische Aufständische

    Medien: Durch US-Militärs geschulte syrische Aufständische ergeben sich Al-Qaida

    © AP Photo / Muhammed Muheisen
    Militär
    Zum Kurzlink
    91625
    Abonnieren

    Islamisten von der Gruppierung al-Nusra-Front, dem lokalen Ableger der Al-Qaida, haben erklärt, dass etwa 70 syrische Aufständische, die von amerikanischen Militärs in der Türkei ausgebildet worden waren, auf die Seite von Al-Qaida gewechselt seien, wie „The Telegraph“ schreibt.

    Die Kämpfer sollen gleich nach dem Überqueren der Grenze  alle ihre Waffen und Kriegsgeräte an Vertreter einer Al-Qaida-Zelle übergeben haben.

    Bei den Ausgebildeten handle sich um den Verband namens „Division 30“, der von US-Militärspezialisten für Kampfhandlungen in Syrien trainiert wurde, teilt das Blatt unter Verweis auf die Erklärung eines Al-Qaida-Mitglieds auf Twitter mit.

    „Eine gewaltige Ohrfeige für Amerika (…) Eine neue Gruppe von der Division 30, die gestern hineinkam und alle Waffen an die al-Nusra-Front übergab, nachdem sie Garantien für einen sicheren Korridor bekommen hatte“, twitterte Abu Fad al-Tunisi. Laut dem Al-Qaida-Vertreter wurden auch mehrere Trucks übergeben, mit denen die von den USA geschulten Aufständischen fuhren.

    Laut einem weiteren Vertreter der al-Nusra-Front, Abu Hattab al-Maksidi, hat der Kommandeur der Division 30 den Vertretern der Gruppierung versichert, er habe die amerikanischen Militärs betrogen, weil er Waffen brauchte. „Er versprach eine Erklärung abzugeben, in der er sich von der Division 30, der Koalition und denen lossagt, die ihn trainiert haben“, schrieb der Extremist.

    Am Vortag hatte die Syrische Stelle für Menschenrechte erklärt, dass ihre Mitarbeiter gesehen haben, wie 75 Kämpfer von der Division 30 einen Tag zuvor aus der Türkei nach Syrien in zwölf Fahrzeugen kamen,  die mit Maschinengewehren und sonstigen Waffen beladen wurden. Die Tatsache, dass die Kämpfer die Grenze zu Syrien überquert hatten, wurde auch in der US-amerikanischen Kommandostelle bestätigt.

    Sollte die Lage tatsächlich so sein, wie sie von den Islamisten dargestellt wird, dann ist dies bereits der zweite Beweis dafür, dass das amerikanische Ausbildungsprogramm für syrische Ausständische nicht funktioniert. Im August wurde berichtet, dass Kämpfer der al-Nusra-Front eine Gruppe der geschulten Aufständischen nach der Überquerung der syrischen Grenze überfallen und deren Führer sowie mehrere seiner Mitstreiter entführt haben.

    In den USA wurde das Programm zur Ausbildung der syrischen Aufständischen bereits als ein völliges Fiasko bezeichnet. General Lloyd Ostin gestand am 16. September im US-Senat ein, dass das Ergebnis des 500-Millionen-Programms, das sich die Schulung von 5.400 Kämpfern für den Kampf gegen den Islamischen Staat zum Ziel setzte, nur vier oder fünf Soldaten sind, die an den Kampfhandlungen teilnehmen.

    Die Erklärung des Generals stieß auf harte Kritik von Seiten des Chefs des Verteidigungsausschusses des Senats, John McCain, der das Ergebnis als ein „schreckliches Fiasko“ bezeichnete und das Pentagon für die Migrationskrise in Europa verantwortlich machte.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    US-Senat: Trainingsprogramm für syrische Rebellen bei IS-Bekämpfung „totaler Flopp“
    USA schicken Hunderte Soldaten zur Schulung syrischer Rebellen
    Nach US-Schulung verschwunden
    Anti-IS-Kampf: USA sollen Kooperation zwischen Russland und Syrien adäquat bewerten
    Tags:
    Terrorismus, Al Nusra-Front, Al-Qaida, John McCain, Lloyd Ostin, Abu Hattab al-Maksidi, Abu Fad al-Tunisi, Syrien, USA