01:27 20 Juli 2018
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    Mistral-Hubschrauberträger

    Mistral-Deal: Kommen die Schiffe auf Umwegen doch nach Russland? – Medien

    © AFP 2018 / Jean-Sebastien Evrard
    Militär
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    Streit um Mistral-Kriegsschiffe (93)
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    Frankreichs Präsident François Hollande hat mit seinem ägyptischen Amtskollegen Abdel Fattah as-Sisi den Verkauf der beiden für Russland bestimmten Mistral-Hubschrauberträger vereinbart. Doch im Endeffekt könnten die Schiffe ausgerechnet in Russland landen, berichtet die „Financial Times“.

    Der Präsident Ägyptens sei in letzter Zeit ein „aktiver Käufer von französischer Militärtechnik“ geworden, schreibt die Zeitung. So sei Ägypten im Februar das erste Land weltweit geworden, das französische Rafale-Kampfjets geliefert bekam – davor wären diese Flugzeuge ganze drei Jahrzehnte lang an keinem Exportvertrag beteiligt gewesen.

    Der neue Mistral-Deal sei ein weiteres Anzeichen davon, dass die französische Diplomatie im Nahen Osten bestimmte Geschäftsziele verfolgt – inklusive die Position des Landes in den Atomverhandlungen und die Bemühungen um die Wiederbelebung des Friedensprozesses mit Israel. „Die Mistral-Vereinbarung mit Ägypten nährt den Verdacht, dass die zwei Schiffe letztendlich Russland zur Verfügung gestellt werden“, betont das Blatt.

    Laut „Financial Times“ haben sich die russisch-ägyptischen Beziehungen in den letzten zwei Jahren verbessert: Die beiden Länder stärken ihre Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich und erörtern auch russische Waffenlieferungen.

    Zuvor wurde berichtet, dass der Gesamtwert für beide Mistral-Schiffe 950 Millionen Euro betragen wird. Sie sollen bereits 2016 an Ägypten geliefert werden und im Roten Meer bzw. im Mittelmeer zum Einsatz kommen.

    Der Vertrag zu den Mistral-Schiffen war 2011 zwischen der französischen Werft DCNS/STX und dem russischen Rüstungskonzern Rosoboronexport geschlossen worden. Das erste Schiff – die „Wladiwostok“ – sollte im November 2014 ausgeliefert werden. Paris legte den Deal aber wegen des Ukraine-Konfliktes auf Eis. Die beiden Mistral-Schiffe sollten etwa 1,2 Milliarden Euro kosten.

    Nach dem Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ sind die Mistral die größten französischen Kriegsschiffe. Sie können unter anderem mehrere Landungsboote, 16 Hubschrauber, 13 Panzer und 450 Soldaten aufnehmen.

    Die Präsidenten Russlands und Frankreichs, Wladimir Putin und Francois Hollande, hatten sich am 5. August darauf geeinigt, den Vertrag über den Bau und die Auslieferung der Schiffe vom Typ Mistral aufzukündigen.

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    Streit um Mistral-Kriegsschiffe (93)

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    Tags:
    Mistral, François Hollande, Wladimir Putin, Russland, Frankreich, Ägypten
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