06:55 20 November 2017
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    Radaranlage der Woronesch-Klasse

    Russland plant mehr Frühwarn-Anlagen gegen Raketenangriffe

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    Russland will demnächst neue Frühwarn-Anlagen gegen Raketenangriffe in Betrieb nehmen. Auch Satelliten sollen für diese Zwecke zum Einsatz kommen. Die Maßnahmen ermöglichen voraussichtlich, Raketenstarts schneller zu orten und kleinere Objekte im All zu erkennen.

    Wie das Verteidigungsministerium mitteilte, ist für das kommende Jahr geplant, drei neue Radaranlagen der Woronesch-Klasse in Dienst zu stellen. Zwei weitere sollen im Jahr 2018 fertig sein.

    Vorerst sind vier Anlagen dieser Klasse routinemäßig im Einsatz. Sie befinden sich in den Regionen St. Petersburg, Irkutsk, Kaliningrad und Krasnodar. Wie der zuständige General Anatoli Nestetschuk im Radiosender RSN erläuterte, sind diese Radare so stationiert, um „praktisch alle strategischen Luft- und Weltraum-Richtungen“ abzudecken.

    Um die Effizienz der Anlagen an einem Beispiel zu veranschaulichen, sagte der General: „Die für die westliche Richtung zuständige Station in Lehtusi (Gebiet St. Petersburg) hat vor einem Monat einen Massenstart von Wetterraketen von einem norwegischen Startgelände aus registriert.“

    Bis zum Jahr 2018 sollen außerdem mehr als zehn neue laseroptische und funktechnische Frühwarn-Anlagen den Weltraum ins Visier nehmen. „Die Inbetriebnahme soll die Kapazitäten für die Weltraumkontrolle erhöhen, den Bereich der kontrollierten Umlaufbahnen erweitern und die Mindestgröße der im All zu entdeckenden Objekte um bis zu zwei Drittel verringern“, hieß es in einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums.

    Die Frühwarn-Hauptzentrale gegen Raketenangriffe konnte im laufenden Jahr nach Angaben der Militärführung insgesamt mehr als 20 russische und ausländische ballistische Raketenstarts registrieren.

    Im Sinne der Frühwarnung stehen Russland derzeit nur bodengestützte Anlagen zur Verfügung. Nun bestätigte das Verteidigungsministerium Pläne, das Frühwarnsystem durch Satelliten zu ergänzen. Der erste davon soll bereits vor Jahresende ins All geschossen werden. Wie es hieß, soll dies ermöglichen, ballistische Starts deutlich schneller zu entdecken und die Zuverlässigkeit der gelieferten Informationen zu erhöhen.

    Die neuen Satelliten sollen das in der Sowjetunion entwickelte Frühwarnsystem Oko-1 ablösen. Dieses bestand aus acht geostationären Satelliten und sechs Satelliten in einer hochelliptischen Umlaufbahn, die inzwischen aber alle schon außer Betrieb sind.

    Aber auch die derzeitigen bodengestützten Kapazitäten hält das Militär für wirksam genug. „Das ist ein Multikanalsystem. Es ist in der Lage, sowohl ein einzelnes ballistisches Ziel als auch Dutzende und Hunderte Ziele zu entdecken. Wir können einen massiven Angriff deutlich erkennen – darunter auch die Zahl der startenden Raketen und den Zeitpunkt, zu dem jede davon einschlagen soll“, so Viktor Timoschenko, Stabschef der Frühwarn-Zentrale.

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    Frühwarnsystem, Oko-1, Radaranlagen, Radaranlage Woronesch, Anatoli Nestetschuk, Russland
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