05:40 21 November 2018
SNA Radio
    Ausländische Ärzte verließen Spital vor Luftangriff

    Kundus: Ausländische Ärzte verließen Spital vor Luftangriff – Taliban unter Patienten

    © AP Photo /
    Militär
    Zum Kurzlink
    279139

    Die ausländischen Ärzte des Krankenhauses in Kundus haben vor dem Luftangrif ohne jede Eklärung das Spital verlassen, wie ein afghanischer Arzt aus dem Krankenhaus, der anonym bleiben wollte, Sputnik Dari mitteilte. Er selbst war er dienstfrei und befand sich außerhalb der Einrichtung.

    „Nach dem Luftangriff auf das Krankenhaus konnte sich kein einziger Arzt retten, alle sind sie lebendigen Leibes verbrannt. Das sind meine Kollegen, sie sind Bürger Afghanistans. Jetzt ist ihre Identifizierung im Gange. Das ist keine leichte Aufgabe. Die Leichen sind stark verbrannt, und die Angehörigen mancher Opfer haben nach den Angriffen der Taliban Kundus verlassen, ihr Aufenthaltsort ist unbekannt. Aber ich weiß genau, dass es unter den Toten keine Ausländer gibt, da die ausländischen Ärzte vor dem Luftangriff ohne jede Erklärung das Krankenhaus verlassen hatten.“

    Zu den Meldungen, das Krankenhaus in Kundus habe sich zum Zeitpunkt des Luftangriffs in den Händen von Taliban-Milizen befunden, sagte der Mediziner: „Tatsächlich, in Ergebnis der Besetzung von Kundus in der vergangenen Woche befand sich das Krankenhaus eine gewisse Zeitlang in ihrer Hand.  Am ersten Tag ihrer Offensive waren die Taliban ins Krankenhaus gekommen und haben die Krankenwagen gestohlen. Aber schon einen Tag später wurde das Krankenhaus zurückerobert, und es setzte seine Arbeit fort. Erneut brachte man uns Verletzte.“

    Er räumte ein, dass das Krankenhaus auch Taliban-Milizen medizinisch versorgte.

    „Während der Kampfhandlungen gegen die Taliban in den letzten Tagen funktionierte das Krankenhaus ausschließlich für die Aufnahme der bei den Kampfhandlungen Verletzten. Es sei bemerkt, dass die Mehrheit der Patienten gerade die Taliban waren, welche ernsthafte Verluste erlitten haben. Warum haben wir ihnen Hilfe erwiesen? Die Politik unserer Organisation ist so, dass wir tatsächlich ‚ohne Grenzen‘ und ohne politische Bevorzugungen arbeiten. Wir behandeln alle, die uns um Hilfe bitten. Entgegen den in manchen Medien aufgetauchten Meldungen haben die Taliban niemanden aus dem Personal unseres Krankenhauses gefangen genommen.“

    UPDATE: Das widerspricht der offiziellen Erklärung von MSF (Ärzte ohne Grenzen), die  Sputnik erhalten hat. Nach Angaben der MSF haben sich neun internationale MSF-Mitarbeiter und ein internationaler Mitarbeiter des Roten Kreuzes im Krankenhaus in Kundus am Tag des Luftangriffs aufgehalten. Später seien sie aus der Stadt evakuiert worden.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Zahl der Toten bei Bombenangriff auf Krankenhaus in Kundus auf neun gewachsen
    NATO: Krankenhaus im afghanischen Kundus möglicherweise von USA zerbombt
    Afghanistan: Taliban offenbar aus Kundus vertrieben
    Afghanistan: Offensive gegen Taliban in Kundus und Todesstrafe für Lokalpolitiker
    Tags:
    Kundus