22:15 04 August 2020
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    Russland vs. Islamischer Staat (888)
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    Die Gefahr einer direkten Konfrontation mit Russland ist einer der Gründe, warum die USA derzeit keine flugfreien Zonen in Syrien in Betracht ziehen, wie der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, am Mittwoch mitteilte.

    „Derartige Zonen erwägen wir im Moment nicht. Ob es möglich ist, diese in Zukunft in Betracht zu ziehen, überlasse ich Ihrem Urteil“, sagte Earnest, als die Journalisten ihn baten, die jüngste Erklärung der führenden demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton darüber, dass flugfreie Zonen in Syrien nicht ohne Teilnahme Russlands geschaffen werden dürfen, zu kommentieren.

    Den Verfechtern von flugfreien Zonen schlug Earnest vor, die „fundamentale Frage zu beantworten: Wie?“ „Manche, darunter unsere Verbündeten in der Türkei, haben derartige flugfreie Zonen entlang der türkischen Grenze, vor allem im Norden und Nordosten Syriens, vorgeschlagen. Andere treten für die Schaffung einer solchen Zone im Westen des Landes auf, wo die Zusammenstöße von Assad und der Opposition andauern“, sagte Earnest.

    „Die Antwort auf die Frage, wie Sie diese Zonen schaffen wollen, ist besonders deswegen wichtig, weil – sollte man es nahe Damaskus machen, nahe der Provinz Idlib zum Beispiel –  das eine direkte Konfrontation mit Russland herbeiführen könnte. Es entsteht ja ein kleiner Konflikt, wenn man eine flugfreie Zone dort zu schaffen versucht, wo derzeit russische Flugzeuge fliegen“, sagte der Sprecher des Weißen Hauses.

    Ferner unterstrich Earnest, dass dieser Schritt „große Ressourcen“ erfordere, darunter „eine Vielzahl von Flugzeugen und Militärpersonal, das damit fliegen würde, sowie technische Mitarbeiter, Such- und Rettungsbrigaden, die auf Notstand eingestellt sein müssen“.

    Außerdem, so Earnest, „hatte das US-Verteidigungsministerium zuvor gewarnt, dass es in Syrien gut entwickelte Verteidigungssysteme gibt“. „Daher wird die Schaffung von flugfreien Zonen in diesem Land mit großer Wahrscheinlichkeit bedeuten, dass Sie es mit derartigen Systemen zu tun haben werden“, fügte er hinzu.

    Zuvor hatte der russische Föderationsrat (Parlamentsoberhaus) auf einen Antrag von Präsident Wladimir Putin den Einsatz russischer Streitkräfte im Ausland genehmigt. Mit der Bitte um Militärhilfe hatte sich der syrische Präsident Baschar al-Assad an Russland gewandt. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass die Flugzeuge der russischen Lufttruppen einen Einsatz gestartet hätten, bei dem den Stellungen der IS-Terroristen in Syrien gezielte Schläge versetzt werden. Laut dem Chef der russischen Präsidialverwaltung, Sergej Iwanow, geht es ausschließlich um einen Einsatz der russischen Luftstreitkräfte, die Teilnahme russischer Militärs bei Landoperationen sei ausgeschlossen.

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    flugfreie Zone, Weißes Haus, Hillary Clinton, Josh Earnest, Syrien