14:26 15 Oktober 2018
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    Hubschrauber des Typs Ka-52

    Mehr russische Hubschrauber für Ägypten: „Gegengewicht zu USA“

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    Neben Hubschraubern für sein Heer will Ägypten offenbar auch jene russischen Maschinen kaufen, die eigens für Mistral-Schiffe entwickelt wurden. Mit diesem Deal könnte Russland nach Ansicht eines Militärexperten nicht nur finanzielle Vorteile erzielen, sondern auch militärpolitisch am Mittelmeer Fuß fassen.

    Ägypten will russische Hubschrauber des Typs Ka-52K Katran kaufen, wie russische Medien unter Berufung auf informierte Kreise im Bereich der militärtechnischen Kooperation melden. Wie es hieß, soll ein entsprechender Auftrag „jedenfalls“ zustande kommen, nur dessen Umfang steht noch nicht fest.

    Mit diesen Hubschraubern wolle Ägypten seine bei Frankreich bestellten Mistral-Schiffe ausrüsten: „Derzeit entscheidet die ägyptische Seite über die Zahl der Hubschrauber … Möglicherweise wird sie beschließen, je 16 Maschinen auf jedem der beiden Schiffe zu stationieren. Dann wird der Auftrag also 32 Hubschrauber beinhalten.“

     

    Die Ka-52K ist eine eigens für Marineflieger entwickelte Modifikation des Kampfhubschraubers Ka-52 Alligator. Dieser interessiert die Ägypter ebenfalls, ein Kaufvertrag mit Russland liegt Medienangaben zufolge bereits vor. Demnach kauft Ägypten 50 Ka-52-Maschinen für sein Heer. 

    Der russische Militärexperte Viktor Baranez kommentierte für sputniknews im Hinblick auf die beiden Deals: „Wenn alles klappt, bekommt Russland mehr als eine Milliarde US-Dollar. Neben diesen finanziellen Vorteilen gibt es allerdings noch viele interessante militärpolitische Aspekte. Russland fasst direkt und indirekt Fuß in einer strategisch wichtigen Region. Wir haben ja gute Beziehungen mit dem Irak und mit dem Iran. Unsere militärtechnischen und politischen Beziehungen festigen wir derzeit faktisch mit allen maßgeblich wichtigen Staaten der Region – insbesondere mit jenen, die nahe dem Mittelmeer liegen. Damit wird Russland ein starkes Gegengewicht zu den USA im Mittelmeerraum.“ 

    Die Hubschrauber-Deals soll laut Baranez auch Russlands Partnerschaft mit Ägypten fördern: „Kauft Ägypten diese Militärtechnik, ist eine Wartung durch Russland unumgänglich. Das heißt, wir werden in Ägypten für viele Jahre Fuß fassen. Dies bedeuten nicht nur Reparaturen vor Ort, sondern auch eine Ausbildung ägyptischer Fachkräfte in Russland.“

    Der Experte skizierte auch Profite für Kairo: „Ägypten, das seine Aufgaben in der Region hat, macht seine Marine stärker. Damit soll es ein ernstzunehmender Akteur werden, dem man Rechnung tragen muss. Die Mistral-Schiffe sind für Ägypten ein wichtiger Deal, wenn wir die Waffen berücksichtigen, die ihm Russland dazu liefern will. Ich meine damit sowohl Hubschrauber als auch Luftabwehrsysteme und Kanonen.“

    Diese Mistral-Hubschrauberträger hatte Frankreich ursprünglich für Russland gebaut. Dann ließ die Regierung in Paris jenen Vertrag jedoch platzen – wegen des russischen Vorgehens in Sachen Ukraine. Nun übernimmt Ägypten die beiden Schiffe. Wie der Chef des russischen Präsidialamtes, Sergej Iwanow, in der laufenden Woche mitteilte, wird Russland vermutlich neben Hubschraubern auch Gerät unmittelbar für die Schiffe an Ägypten liefern. Ohne dieses Gerät würde jedes Mistral-Schiff laut Iwanow einer „Konservendose“ gleichkommen.

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    Ka-52, Mistral, Ägypten, Frankreich, Russland