03:58 25 Oktober 2020
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    Wenige können der US-Armee im Panzer-, Luft- oder Seekampf überlegen sein, allerdings wird sich der amerikanische Soldat im Feuergefecht mit großen Schwierigkeiten konfrontiert sehen. Dies schreibt der Militäranalyst Jim Schatz im „National Defense Magazine“.

    „Ein beliebiger Gegner mit einem Kalaschnikow-Gewehr in der Hand ist den US- oder Nato-Bodentruppen im Feuerkampf überlegen, wir sind nicht gebührend ausgerüstet, um diese Situation zu brechen“, glaubt der Experte.

    Das Problem sei besonders bei dem „Gefecht um Wanat“ an der Grenze der afghanischen Provinzen Nuristan und Kunar zum Vorschein gekommen: Damals kamen neun Soldaten der 173. Luftlandebrigade der USA ums Leben; die Waffen, aus denen das Feuer geführt wurde – Handmaschinengewehre M249, Granatwerfer Mk 19 und M4-Gewehre – waren wegen Überhitzung ausgefallen, erläutert Schatz.

    Die Probleme des M4-Sturmgewehres sind Militäranalysten längst bekannt: Tests aus dem Jahr 1990 und ein Bericht des Spezialeinsatz-Kommandos der USA von 2011 ergaben, dass die Waffe viele Nachteile hat. Diese Hinweise wurden von den Gesetzgebern und von der Landesführung jedoch vernachlässigt.

    Milliarden Dollar aus dem amerikanischen Militärbudget gingen in den Bau von „hochqualitativen Waffen“, die kaum noch bei modernen Gefechten genutzt werden, während die Frage der Modernisierung von Handwaffen so gut wie nie auf höherer Ebene aufgeworfen wurde. Dabei seien gerade die Handwaffen die meistgenutzte Waffenart aus dem gesamten Arsenal der US-Armee, fügt der Experte hinzu. Trotzdem wurden sieben der bei den US-Streitkräften am meisten genutzten Gewehre vor etwa 25 Jahren entwickelt und seitdem kaum modernisiert worden.

    „Wir haben mehrmals unsere Uniformen, Helme, Radioverbindungs-Elemente und sogar Schuhe gewechselt, aber die Waffen und Ausrüstungen, die die US-Armee 2015 nutzt, sind nichts als Variationen von Technologien der alten Epoche des Vietnam-Krieges“, glaubt der Beobachter des „National Defense Magazine“. Das Pentagon beliefere die Streitkräfte nach wie vor mit Waffen, die veraltete Merkmale aufweisen und etwa den kommerziellen Handwaffen unterlegen seien, die nicht nur von Partnern, sondern auch von Gegnern des Landes genutzt werden, so der Militäranalyst.

    „Es wurden mehrmals Versuche unternommen, das für die Streitkräfte standardmäßige M4-Gewehr zu modernisieren, allerdings hat keine der Änderungen den Karabiner effizienter gemacht: Nach so wichtigen Merkmalen wie etwa der „Schlagkraft“ und der Reichweite ist das M4-Gewehr nach wie vor der Bewaffnung der Gegner unterlegen“, führt der Experte aus. Derzeit plane das Pentagon neue „Verbesserungen“ für das M4-Sturmgewehr, die der HK416-Karabiner schon zum Zeitpunkt seiner Entstehung vor zehn Jahren besessen hätte.

    Laut Schatz hatten die Soldaten der US-Armee und die Nato-Verbündeten den Krieg in Afghanistan mit Patronen 5,56х45 Millimeter geführt und waren den Aufständischen unterlegen, die Patronen 7,62х54 Millimeter nutzten, die auch von IS-Kämpfern eingesetzt werden, gegen die sich die Allianz als hilflos erwiesen habe. „Das Land wird solange schwach bleiben, bis moderne bis revolutionäre Technologien bei der Bewaffnung zum Einsatz kommen, die heute auf dem Waffenmarkt zugänglich sind", schließt der Experte.

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    Tags:
    M4-Gewehre, Mk19-Gewehre, Kalaschnikow-Sturmgewehre, NATO, Afghanistan, USA, Russland