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    Angriff auf Klinik in Jemen: „Ärzte ohne Grenzen“ fordern von Koalition Erklärungen

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    Die internationale Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ (MSF), die der von Saudi-Arabien geführten Koalition die Koordinaten des im jemenitischen Saada beschossenen Krankenhauses übermittelt hatte, fordert von ihr Erklärungen. Dies teilte der Sprecher der Pariser Filiale von MFS, Laurent Sury, gegenüber RIA Novosti mit.

    „Zuvor haben wir nur informelle Kontakte zu einigen Vertretern der Koalition aufgenommen. Wir haben aber vor, ein offizielles Schreiben aufzusetzen.“

    Bisher habe es keine Probleme gegeben, sagte Sury und fügte hinzu, in der Nacht zum Dienstag hätten sechs gezielte Luftschläge das Krankenhaus der Organisation getroffen, das Hauptgebäude sei dabei praktisch vollständig zerstört worden.

    Dem Sprecher zufolge waren zwei Bomben nicht detoniert; sie befinden sich immer noch auf dem Gelände der Klinik. Zum Zeitpunkt des Luftangriffes hatten sich in dem Gebäude Mitarbeiter und Patienten aufgehalten. Die Koalition mit Saudi-Arabien an der Spitze gesteht ihre Schuld nicht ein. 

    „Die internationale Koalition hat vorerst nicht auf unsere Bitte reagiert, die Ursachen des Geschehens zu klären“, so Sury. 

    UN-Generalsekretär Ban Ki-moon verurteilte die Luftschläge und rief zu einer schnellen, effektiven und unvoreingenommenen Untersuchung auf.

    Anfang Oktober war bereits ein Krankenhaus der Hilfsorganisation im afghanischen Kundus bombardiert worden, als afghanische Sicherheitstruppen zusammen mit der US-Luftwaffe die Taliban aus der Stadt vertreiben wollten. Bei dem Angriff auf das Krankenhaus wurden aktuellen Angaben zufolge 30 Menschen getötet.

    US-Präsident Barack Obama übernahm die Verantwortung. John Francis Campbell, Befehlshaber der US-Armee in Afghanistan, sprach von einem Irrtum. Der Angriff sei gemäß den Angaben des afghanischen Militärs geflogen worden, so Campbell.

     

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    Tags:
    Ärzte ohne Grenzen, Uno, Taliban, John Francis Campbell, Laurent Sury, Ban Ki-moon, Barack Obama, Jemen, Saudi-Arabien, Afghanistan