09:01 26 Oktober 2020
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    Bisher lehnte Washington den Einsatz von Bodentruppen in Syrien ab. Nach Insider-Berichten könnte sich dies jedoch bald ändern: In die Reihen der seit Montag von der Türkei beschossenen kurdischen Bürgerwehr und der „moderaten“ Opposition sollen US-Spezialeinheiten eingegliedert werden.

    Seit Montagabend beschießt die türkische Luftwaffe Stellungen der kurdischen „Volksverteidigungseinheiten“ (YPG), da sie in Nordsyrien den Euphrat überschritten hätten, wobei die YPG-Milizen allerdings als Verbündete der USA im Kampf gegen IS-Terroristen zählen.

    Nun könnten die Vereinigten Staaten, wie The Wall Street Journal unter Berufung auf nicht genannte Militärquellen berichtet, auch Bodenkräfte für die Unterstützung der kurdischen Truppen und der sogenannten moderaten Opposition  einsetzen.

    Des Weiteren könnte das Weiße Haus auch eine begrenzte Anzahl von Militärspezialisten  für die Unterstützung der irakischen Armee und womöglich auch der Truppen der sogenannten gemäßigten Opposition in Syrien entsenden. Auch werde darüber nachgedacht, eine kleine Zahl von Apache-Kampfhubschraubern mitsamt Besatzungen im Irak zu stationieren, was jedoch laut Wall Street Journal zwangsläufig zu einer Ausweitung der US-Truppen auf mehrere hundert Mann bedeuten könnte.

    Zuvor hatte Pentagon-Chef Ashton Carter mitgeteilt, dass die US-Militärs weitere Bodeneinsätze gegen die IS-Kämpfer im Irak nicht ausschließen würden. Der irakische Premierminister, Sa'ad al-Hadithi, erwiderte jedoch am Mittwoch, dass dies eine Angelegenheit des Iraks sei, der die USA nicht darum gebeten habe, an derartigen Einsätzen teilzunehmen.

    Wenn die USA ohne Einverständnis aus Damaskus eine Bodenoperation starten würden, wäre das eine weitere grobe Verletzung des Völkerrechts, kommentierte diese Situation auch Valentina Matwijenko, Vorsitzende des Föderationsrates (russisches Parlamentsoberhaus). „Das ist unzulässig", sagte sie und verwies darauf, dass die USA mit ihren Bombardements, denen weder die UNO noch Syrien zugestimmt haben, bereits „grob gegen das Völkerecht“  verstoßen haben.

    Seit September 2014 unternimmt eine Koalition mit den USA an der Spitze Luftschläge gegen IS-Positionen in Syrien. Eine Zustimmung des Uno-Sicherheitsrates für dieses Eingreifen und eine Koordinierung dieser Handlungen mit der Regierung Syriens gibt es dabei nicht.

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