17:38 18 Dezember 2017
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    Nato-Vizegeneralsekretär Alexander Vershbow

    Nato-Vizechef: Übermäßige Zuspitzung in Beziehungen mit Moskau vermeiden

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    Die Nato und Russland sollten nach den Worten von Nato-Vizegeneralsekretär Alexander Vershbow trotz direkt entgegengesetzter Standpunkte übermäßige Zuspitzungen vermeiden.

    "Es ist in unserem Interesse, Beziehungen mit Russland zu haben, wenn wir nur eine unnötige Zunahme von Spannungen erreichen können“, erklärte er bei der Eröffnung einer Nato-Konferenz in Madrid. „Wir müssen ständig größere Transparenz und Berechenbarkeit in unseren Beziehungen aufrechterhalten, um Vorfälle dort zu verhindern, wo unsere Kräfte einander berühren können – im Baltikum, auf dem Schwarzen Meer und über Syrien.“

    Dmitri Peskow, Pressesprecher von Russlands Präsident Wladimir Putin
    © Sputnik/ Host Photo agency / Vladimir Astapkovich

     
    Die Allianz sollte ihre Politik angesichts der Verschärfung der Beziehungen mit Moskau korrigieren. „Im Vorfeld des nächsten Nato-Gipfels im Juli in Warschau müssen wir die langfristigen Folgen der jetzigen Krise für die Beziehungen mit Russland und für die Zukunft der Allianz einschätzen“, betonte er.
     
    „Russland ist nicht die Sowjetunion, die vom eisernen Vorhang zugesperrt war. Die Welt ist jetzt anders“, so Vershbow. Für sie sei stärkere Integration und Interdependenz kennzeichnend. „Es geht nicht darum, ob wir Beziehungen mit Russland haben, sondern um den Charakter dieser Beziehungen.“
     
    „Wenn uns in Zukunft eine längere Rivalität mit Russland bevorsteht, müssen wir die Allianz unter Berücksichtigung der langfristigen Perspektive einrichten. Wir müssen den Austausch von Aufklärungsdaten, potentiell verletzbare Stellen ermitteln und gegen Cyber-Attacken ankämpfen“, sagte der Nato-Vizegeneralsekretär. „In diesen Fragen sollen wir mit internationalen Organisationen und in erster Linie mit der EU zusammenwirken.“
     
    Die schnellen Eingreiftruppen der Nato (Spearhead force) könnten innerhalb weniger Tage aufgestellt werden, in den östlichen Ländern der Allianz wurden sechs neue Stäbe eingerichtet, weitere zwei sollen dazu kommen. Diese Schritte sowie die Militärübungen in den Ländern Osteuropas „sollen Russland zu verstehen geben, dass es davon lieber Abstand nehmen sollte, sich mit der Nato anzulegen“.
     
    Vershbow verwies darauf, dass die Nato der Ukraine praktische Hilfe in den Bereichen Verwaltung, Cyberschutz und medizinische Hilfe über fünf Fonds erweist. „Die Alliierten liefern Ausrüstungen an die Ukraine sowie bilden Militärs und Polizisten aus“, sagte er und fügte hinzu: „Große Programme zur Verbesserung der Verteidigungsfähigkeit gibt es mit Georgien und Moldawien“.

    Die Nato müsse sich „auf die Herausforderungen konzentrieren, die von Russland und aus dem Süden kommen“, so Vershbow. In diesem Kontext verwies er auf das Raketenschirm-Projekt und darauf, dass  auf dem spanischen Militärstützpunkt Rota vier amerikanische Kampfschiffe mit ballistischen Raketen stationiert sind.

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    Tags:
    Zuspitzung, Beziehungen, NATO, Alexander Vershbow, Russland
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