07:35 14 November 2019
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    Syrien: Koalition lässt USA im Stich - Medien

    © Foto: US Air Force/Tech. Sgt. Joseph Swafford
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    Während die Vereinigten Staaten den Kampf gegen die IS-Terrormiliz intensivieren wollen, sind ihre Verbündete im Westen und Nahen Osten immer weniger daran interessiert, zusammen mit Washington Luftschläge gegen den Islamischen Staat in Syrien durchzuführen, berichtet The New York Times.

    Das Weiße Haus habe die gemeinsame Operation mit der arabischen Luftwaffe einst als ein „wichtiges Zeichen der Solidarität“ bezeichnet. Aber seit die USA in eine kritische Phase des Syrien-Kriegs eingetreten seien und beschlossen hätten, Spezialeinheiten für die Unterstützung der syrischen Rebellen und zwei Dutzend Kampfflugzeuge in die Türkei zu entsenden, sei die Luftoperation zu einer rein US-amerikanischen Initiative geworden.

    „Die arabischen Verbündeten haben die USA ganz leise im Stich gelassen, damit sie den Löwenanteil der Arbeit (Hauptarbeit in der Luftoperation) machen. Nicht das erste Mal müssen  sich die USA damit abfinden, dass die Alliierten wegfallen“, schreibt The New York Times.

    Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emiraten hätten die meisten ihrer Flugzeuge für den Kampf gegen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen in den Jemen verlagert. Aus Solidarität zu den Saudis und als Reaktion auf die grausige Hinrichtung einer seiner Piloten habe Jordanien sich ebenfalls auf Jemen orientiert.

    Laut offiziellen Angaben hätten die Kampfjets von Bahrain ihre letzten Ziele in Syrien noch im Februar getroffen, die Arabischen Emirate im März und Saudi-Arabien im September, wobei die Militärflugzeuge von Katar bis heute noch syrische Gebiete patrouillieren. Doch ihre Rolle sei eher bescheiden.

    Die Teilnahme an der syrischen Operation der westlichen Verbündeten, wie zum Beispiel Frankreich und Australien, sei, so das Blatt, ebenfalls eingeschränkt worden. Zudem habe Kanadas neuer Ministerpräsident Justin Trudeau bei seinen Wahlversprechen geäußert, die kanadische Luftwaffe würde abgezogen und ihr Kampfeinsatz in Syrien künftig eingestellt.

    Bislang hätten die arabischen und westlichen Partner nur fünf Prozent der 2.700  Luftschläge gegen den IS in Syrien und 30 Prozent von insgesamt 5.100 im Irak durchgeführt.

    Zuvor hatte der US-Verteidigungsminister Ashton Carter im Kongress versichert, dass die Luftoperation in Syrien intensiviert würde. Doch es gebe bereits Schwierigkeiten bei der Umsetzung dieser Pläne. Zum ersten Mal seit 2007 hätten die USA zudem weder Flugzeugträger noch Fliegergeschwader im Persischen Golf, was bis Dezember dabei auch so bleibe. Darüber hinaus sei keiner der westlichen Alliierten gewollt, Flugzeuge auf dem türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik zu stationieren, obwohl dieser Schritt die Luftangriffe auf die Terrormiliz in Syrien und Irak effektiver gemacht hätte, schreibt NYT.

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    Tags:
    Lufteinsatz, Militäroperation, Ashton Carter, Naher Osten, Jemen, Katar, Türkei, Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Saudi-Arabien, Syrien, Irak, USA