04:31 25 Juni 2018
SNA Radio
    Russischen U-Booten

    Atomraketen im Vergleich: „Russland hat Supermacht-Status zurück“

    © Flickr/ U.S. Navy/Colby Drake
    Militär
    Zum Kurzlink
    Neue Waffen für russische Armee (669)
    0 18413

    Die seegestützte US-Rakete Trident II, die kürzlich vor Kalifornien erfolgreich getestet wurde, ist laut Experten zwar effizient und sicher, den russischen Neuentwicklungen wie Sinewa und Bulawa jedoch weit unterlegen. Denn Russland konnte in den letzten Jahren einen Durchbruch in Sachen Waffenmodernisierung erzielen.

    Wie der russische TV-Sender Swesda in seiner Onlineausgabe kommentierte, hat die 1990 in Dienst gestellte Interkontinental-Rakete Trident II wirklich ein ernstzunehmendes Potenzial. Die US-Streitkräfte wollen sie bis 2042 behalten. Mit ihrer Startmasse von 59 Tonnen hat die Rakete eine Reichweite von 7.800 bis 11.300 Kilometer (je nach dem Gefechtsgewicht).  

    Der russische Waffenexperte Anatoli Iwanow sagte dem Sender: „Unter allen Feststoffraketen hat die Trident die größte Schubleistung der ersten Stufe. Sie hat auch die längste Startserie ohne Pannen. Auch ihre erwartete Betriebsdauer ist lang. Doch die Trident-Rakete lässt sich praktisch kaum modernisieren.“ Am 7. November hatte ein Atom-U-Boot nach Angaben der US-Navy eine Trident-II-Rakete nahe der kalifonischen Küste testweise abgefeuert.

    U-Boot
    © Foto : Press-service of JSC "PO "Sevmas"

    Iwanow sagte weiter: „Seit der Trident-Indienststellung durch die US-Navy ist die elektronische Datenverarbeitung weit fortgeschritten. Russlands seegestützte Raketen, die in den USA als schwächer galten, wurden mittlerweile um eine Größenordnung besser. Dies betrifft sowohl die modernisierte Sinewa- als auch die Bulawa-Rakete, die nach all den Verbesserungen absolut neu ist. Die Trident-Rakete, deren jüngste Lieferung 2001 stattgefunden hatte, bedarf dagegen einer kompletten Erneuerung ihrer elektronischen Füllung und entspricht nicht den Anforderungen der neuen Raketen-Generation.“

    Die 2007 in Dienst gestellte russische Sinewa-Rakete (dt. „Blau“) ist der Trident in vielerlei Hinsicht überlegen: Nach Angaben des Senders ist sie besser dafür geeignet, einen Raketenschild zu überwinden, und hat auch eine größere Reichweite. Bei einem Teststart im Jahr 2008 hatte eine von der Barentssee aus abgefeuerte Sinewa-Rakete 11.547 Kilometer zurückgelegt und ein Pazifikgebiet am Äquator erreicht.

    T-50-Kampfjet
    © AFP 2018 / Kirill Kudryavtsev

    Noch moderner ist die Feststoffrakete Bulawa (dt. „Keule“), die der russischen Kriegsmarine bereits zur Verfügung steht. Sie kann zehn manöverfähige Hyperschall-Wiedereintrittskörper tragen. Am Samstag hatte das russische Verteidigungsministerium einen erfolgreichen Bulawa-Test gemeldet: Das Atom-U-Boot „Wladimir Monomach“ feuerte vom Weißen Meer aus gleich zwei Raketen synchron ab, die ihre Übungsziele auf der Halbinsel Kamtschatka trafen.  

    Der russische Militärexperte Ruslan Puchow kommentierte: „Die Selbstberuhigung der USA in Sachen ihrer militärischen Überlegenheit nach dem Zerfall der Sowjetunion ist seit einigen Jahren vorbei. Während dieses Zeitraums haben die Amerikaner keine Super-Durchbrüche bei der Waffenentwicklung erzielt. Sie haben ältere Langstreckenbomber, Atom-U-Boote der Ohio-Klasse und Trident-Raketen. Im Gegensatz dazu hat Russland seinen Supermacht-Status aus dem Nichtsein zurückbekommen und solche Munition in Dienst gestellt, die mit ausländischen Pendants nicht nur Schritt hält, sondern auch ihnen überlegen sein kann.“

    Themen:
    Neue Waffen für russische Armee (669)

    Zum Thema:

    Russland: Neue U-Boote werden mit Abfang-Torpedos ausgerüstet
    Unterwasser-Geheimeinsätze im Atlantik seit Kaltem Krieg an der Tagesordnung –Admiral
    Russland testet U-Boot-gestützten Marschflugkörper Kalibr in der Barentssee
    Einmalige Raketen-Waffe in Russland entwickelt – Rüstungsunternehmen