13:46 06 Dezember 2019
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    US-amerikanische Militärinstrukteure in der Ukraine

    Ausbildung ukrainischer Militärs durch USA keine Lösung - Medien

    © REUTERS / Mykhailo Markiv
    Militär
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    Die ukrainischen Spezialeinsatzkommandos (SEK) sind trotz den 250 Millionen Dollar schweren „nicht tödlichen“ Hilfen aus den USA nach wie vor schlecht ausgerüstet, mangelhaft ausgebildet und werden in falschen Situationen eingesetzt. Dies berichtet „The Washington Post“.

    Die Truppen, die seinerzeit als Eliteeinheiten gegolten hatten, werden der stolzen Bezeichnung „Sondereinsatzkommando“ kaum noch gerecht und werden im Grunde nur noch vom Teamgeist und dank starken Persönlichkeiten in der alten Führung zusammengehalten.

    Wie das Blatt unter Verweis auf mindestens vier SEK-Kommandeure schreibt, werden die ukrainischen Truppen seit Beginn des Konflikts nicht „in gebührendem Maße“ genutzt. Die Uniform der Kämpfer des dritten SEK-Regiments strotze vor Tarnmustern verschiedener Länder, weil sie entweder kostenlos von anderen Staaten gespendet wurde oder weil sich die Soldaten selbstständig um die Bekleidung kümmern mussten.

    Die Bewaffnung und die Ausrüstungen der SEK-Soldaten lasse sich unterschiedlich beschreiben, allerdings wäre das Wort „modern“ fehl am Platz. Alles, worauf die Kämpfer stolz sein können, seien Fernrohrvisiere und Geräuschdämpfer an manchen ihrer Gewehre.

    Seit März 2014 hätten die USA mehr als 250 Millionen Dollar in die „nicht tödliche Hilfe“ an die Ukraine gesteckt. Es seien Nachtsichtgeräte, Anti-Artillerie-Kanonen, individuelle Panzerschutzbekleidung und Fahrzeuge geliefert worden, allerdings habe die Hilfe die Soldaten des 3. SEK-Regiments praktisch gar nicht erreicht.

    So hätten die Militärs weiterhin so gut wie keine Nachtsichtgeräte (davon gibt es nur 17 Stück für die ganze Einheit), und unter den Fahrzeugen seien sieben veraltete Humvees aus den 90er Jahren mit Fenstern und Türen aus Plastik. Diese Fahrzeuge würden aufgrund zahlreicher technischer Nachteile nur selten eingesetzt.

    „Wenn die USA uns Kriegsgerät liefern wollen, dann sollten sie uns keine Second-Hand-Güter schicken“, zitiert die „Washington Post“ einen Kämpfer des 3. Regiments. Laut Oberstleutnant Andrej vom Operativstab des Verbandes wirkt die gebrauchte Technik „demoralisierend“. Doch bevor man die USA um bessere Fahrzeuge und bessere Munition bitte – wofür viele Politiker in den USA plädiert haben – müssten zuerst einmal gute Schuhe, Uniformen und guter Panzerschutz her.

    Heute gebe es in der Ukraine, so Andrej weiter, keine einzige Ausbildungsstätte für SEK-Truppen mehr. Manche Soldaten der Einheit würden von Instrukteuren aus den USA geschult, allerdings sehe das Training den Einsatz technologischer Neuerungen wie etwa verbesserte Kommunikationssysteme und die Nutzung von Angaben der Satellitenaufklärung vor, was absolut unmöglich sei.

    Laut dem US-amerikanischen Oberst Ted Donnely kann das US-Ausbildungsprogramm für ukrainische Militärs theoretisch eine notwendige Basis für die weitere Schulung von Kämpfern schaffen, allerdings gebe es in der Ukraine riesige Probleme beim Funktionieren von Militärinstitutionen. Daher lasse sich nicht genau im Voraus sagen, ob die Schulung und Ausrüstung des ukrainischen Militärs durch die Amerikaner effizient genug sein werde.

    „Wir haben der Ukraine bedeutende Unterstützung erwiesen. Allerdings können wir alle Probleme niemals vollständig lösen, und letztlich müssen sie (die Ukrainer – d. Red.) dafür aufkommen“, zitiert das Blatt den amerikanischen Oberst.

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    Tags:
    Ted Donnely, USA, Russland, Ukraine