00:19 19 Oktober 2017
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    Russischen U-Booten

    Geheimer Atomtorpedo entpuppt sich offenbar auch als Jäger und Spion

    © Flickr/ U.S. Navy/Colby Drake
    Militär
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    Neue Waffen für russische Armee (669)
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    Das in Entwicklung befindliche seegestützte Waffensystem Status-6, das vor einiger Zeit irrtümlich ins russische Fernsehen geraten ist, kann einem Zeitungsbericht zufolge nicht nur Nuklearschläge erteilen, sondern vermutlich auch weitere Funktionen erfüllen.

    Die auf Militärthemen spezialisierte russische Wochenzeitung „WPK“ schreibt in ihrer neuen Ausgabe: „Berichte, dass ein unbemanntes Untersee-System im Interesse der russischen Kriegsmarine entwickelt wird, gibt es seit Mitte der 2000er Jahre … Eine Drohne mit dem vermutlichen Codename Skif wird bereits aktiv getestet.“

    Nach Angaben der Zeitung dient dabei das Experimental-U-Boot „Sarow“ als Trägersystem. Ausgerechnet dieses U-Boot wird auch in jenen Präsentations-Unterlagen erwähnt, die kürzlich ins Fernsehen geraten waren und für Sensation gesorgt hatten. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow musste damals zugeben, dass es sich um Geheimdaten handelt, die irrtümlich publik gemacht wurden.

    Nun schreibt das Blatt weiter: „Das Interessanteste ist aber der sogenannte selbstfahrende Untersee-Apparat, der den Kern des ganzen seegestützten Mehrzweck-Systems ausmacht … Auf dem Bild ähnelt er einem Torpedo. Bei genauerem Hinsehen kann man einige taktisch-technische Daten unter dem Bild entziffern. Die Einsatz-Tiefe beträgt 1.000 Meter, die Geschwindigkeit 195 oder 95 km/h, die Reichweite 10.000 Kilometer oder Meter, das Kaliber 1,4 oder 1,6 Meter. Das Fahrzeug besteht aus mehreren Sektionen. Wegen der schlechten Bildqualität lassen sich nur zwei entsprechende Unterschriften sicher lesen:  Kampf-Modul und Triebwerk-Anlage.“

    „Wenn wir die vorliegenden Daten analysieren und mit jenen zum U-Boot ‚Sarow‘ und dem Skif-Projekt vergleichen, können wir zum folgenden Schluss geraten: Der selbstfahrende Untersee-Apparat ist nicht bloß ein Träger eines nuklearen Sprengsatzes, sondern auch eine einheitliche Plattform, die je nach der Aufgabe unterschiedliche Module tragen kann. Die Multifunktionalität wird auch durch die offizielle Bezeichnung betont. Status-6 gilt ja als ozeanisches Mehrzweck-System. Die Ziffer 6 bedeutet in diesem Kontext möglicherweise, dass die Version mit einem Atomsprengsatz nur die sechste in der gesamten Palette ist“, so der Zeitungsbericht.   

    Die Zeitung beschäftigt sich mit der Frage, welche nichtnukleare Munition eingesetzt werden könnte: „Vielleicht geht es um gelenkte Untersee-Minen oder um gelenkte konventionelle Sprengsätze gegen Überwasserschiffe und insbesondere gegen Flugzeugträger. Es ist auch nicht auszuschließen, dass überhaupt keine Sprengsätze, sondern stattdessen Störsender oder Aufklärungsgerät installiert werden sollen. Das Apparat selbst ist dabei ziemlich groß, seine Länge beträgt rund 24 bis 26 Meter.“

    T-50-Kampfjet
    © AFP 2017/ Kirill Kudryavtsev

    Falls das Fahrzeug wirklich 10.000 Kilometer zurücklegen könne, so der Bericht weiter, sei ein Atomreaktor unabdingbar. Zwar wirke diese Vermutung beim ersten Anblick phantastisch, doch entsprechende Entwicklungen seien sowohl in Memoiren sowjetischer Marineoffiziere als auch indirekt in manchen Forschungsarbeiten erwähnt worden. Die Aufgabe solcher Torpedos solle unter anderem darin  bestanden haben, US-Flugzeugträgern zu folgen und bei Bedarf, wenn ein entsprechender Befehl eingeht, zu versenken.   

    Das Blatt fasst zusammen: „Der Kern des ozeanischen Mehrzweck-Systems ist also ein atomgetriebenes Untersee-Fahrzeug, das von einer Torpedo-Startvorrichtung aus gestartet wird … und in der Lage ist, nicht nur Nuklearschläge zu erteilen, sondern auch gegnerische Kriegsschiffe zu jagen, Aufklärungseinsätze zu absolvieren usw.“

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