00:47 25 April 2017
Radio
    Raketenkreuzer „Moskwa“

    Russischer Raketenkreuzer bei Latakia eingetroffen: „Luftraum sicher“

    © AFP 2017/ Vasily Batanov
    Militär
    Zum Kurzlink
    Russland vs. Islamischer Staat (888)
    0 185333014

    Nach dem Absturz des Jagdbombers Su-24 in Syrien hat das russische Verteidigungsministerium bereits eine Reihe von Maßnahmen in die Wege geleitet und unter anderem den Raketenkreuzer „Moskwa“ nach Latakia verlegt, wie der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Mittwoch mitteilte.

    „Wir haben erstrangige Maßnahmen getroffen (…) Ich bitte alle, die es betrifft, sich unverzüglich an die Erfüllung der Aufgaben zu machen. Der Generalstab hat bereits eine Reihe von Maßnahmen realisiert“, sagte Schoigu in Kollegiumssitzung des Verteidigungsamtes.

    Laut dem Minister ist der Raketenkreuzer „Moskwa“ am neuen Einsatzort vor der Küste von Latakia eingetroffen und bereit, „jegliches Luftziel zu vernichten, welches von potenzieller Gefahr für unsere Luftstreitkräfte sein könnte“.

    Außerdem werden alle Handlungen der russischen Fluggruppe nunmehr unter Deckung von Jägern erfolgen, so Schoigu. „Laut Beschluss des Obersten Befehlshabers wird für die Raketenabwehr aus allen Richtungen ein S-400-Raketensystem auf den syrischen Flugplatz Hmeimim verlegt“, so Schoigu, wobei er darauf  verwies, dass Russland alle militärischen Kontakte zur Türkei einstelle. 

    „Ich wiederhole noch einmal, dass alle Aufgaben und Beschlüsse feststehen und vom Obersten Befehlshaber bereits gebilligt wurden. Ich bitte, unverzüglich mit der Erfüllung zu beginnen.“

    Am Vortag hatte der Chef der Operativverwaltung des russischen Generalstabs, Sergej Rudskoi, Journalisten mitgeteilt, dass der Raketenkreuzer „Moskwa“ mit der Raketenabwehranlage Fort an Bord bei Latakia zur Verstärkung der Luftabwehr eingesetzt werden soll.

    Am Dienstag stürzte in Syrien ein russischer Su-24-Bomber bei der Erfüllung einer Kampfaufgabe ab. Russlands Präsident Wladimir Putin erklärte, dass das Flugzeug von einer türkischen Luft-Luft-Rakete abgeschossen worden und vier Kilometer von der türkischen Grenze entfernt abgestürzt sei.  

    Laut Angaben des russischen Generalstabs hat der Bomber den türkischen Luftraum nicht verletzt, was von Informationen der syrischen Luftverteidigung belegt wird. Die Türkei behauptet, dass das russische Flugzeug in ihren Luftraum eingedrungen und nicht klar gewesen sei, dass der Bomber zu den regulären russischen Luftstreitkräften gehöre.

    Die seegestützte Fort-Raketenabwehranlage ist ein Pendant des S-300-Systems und kann Ziele bekämpfen, die sich bis zu 3.000 Meter pro Sekunde in einer Entfernung von bis zu 350 Kilometern und in Höhen ab 27 Metern bewegen. Die Raketenkreuzer des Projekts 1164 „Atlant“, zu den die „Moskwa“ zählt, sind mit acht Startrampen mit einem Gesamtsatz von 64 Raketen ausgerüstet.

    Wie der frühere Generalstabschef Viktor Krawtschenko RIA Novosti mitteilte, kann der Kreuzer dank diesem System fast den gesamten Luftraum über der türkisch-syrischen Grenze kontrollieren.

    Themen:
    Russland vs. Islamischer Staat (888)

    Zum Thema:

    Nach Anti-IS-Einsatz: Raketenschiffe der Kaspi-Flottille zurückgekehrt
    Moskau: IS-Ziele in Syrien von Schiffen in Kaspi-See und Mittelmeer aus beschossen
    General erklärt, wie Russland seine Jets in Syrien gegen Abschuss schützen kann
    Modernste russische Waffen im Kampfeinsatz: Kalibr-Rakete und das Schiff „Bujan“
    Tags:
    Atlant, S-300, Su-24, S-400, Raketenkreuzer Moskwa, Viktor Krawtschenko, Sergej Schoigu, Sergej Rudskoi, Türkei, Russland