19:13 24 September 2018
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    Daesh in Libyen: Neue Militärbasis für mehr Einfluss in Nordafrika

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    Die Terrororganisation Daesh (auch "Islamischer Staat“, IS) hat mit der Errichtung eines neuen Militärstützpunktes in der Hafenstadt Sirte am Mittelmeer ihre Präsenz in Libyen verstärkt, wie US-Medien unter Berufung auf libysche Geheimdienste mitteilen.

    Unter Ausnutzung der politischen Krise in Libyen habe Daesh im vorigen Jahr sein Kontingent in Sirte von 200 auf 5 000 Mann erhöht, schreibt das US-Magazin The Wall Street Journal. 

    Entsprechende Voraussetzungen für den wachsenden Einfluss der Islamisten in Libyen seien nach dem Sturz von Muammar Gaddafi 2011 geschaffen worden, welcher zu einem Konflikt zwischen den verschiedenen politischen Gruppen und Völkerstämmen im Land geführt habe.     

    In den vergangenen Wochen sei ein zunehmender Strom von Daesh-Kämpfern in Sirte zu beobachten, weil die Terrorführer ihre Anhänger zum Drang nach Libyen aufgerufen haben. Außerdem habe Daesh bisher in Syrien und im Irak eingesetzte libysche Kämpfer in ihre Heimat zurückgeschickt. Laut den libyschen Behörden ist eine Einnahme neuer Ölfelder und —raffinerien unweit von Sirte durch den Daesh nur eine Frage der Zeit. 

    Der Leiter des regionalen militärischen Aufklärungsdienstes Ismail Shukri vermutet einen Überfall auf Italien als Endziel der Daesh-Milizen. Wie die Zeitung New York Times schreibt, kontrolliere der Daesh bereits mehr als 1 500 Kilometer der Mittelmeer-Küste Libyens – von Abu Grein bis Nofaliya. 

    Laut den westlichen Geheimdiensten kann Sirte als Reservebasis der Terroristen genutzt werden, sollten diese aus Syrien und dem Irak verdrängt werden.  

    „Der libysche Ableger von Daesh ruft bei uns die größte Besorgnis hervor. Das ist das Zentrum, über welches er seinen Einfluss auf ganz Nordafrika ausdehnen kann“, betonte der Analytiker des Verteidigungs-Aufklärungsamtes der USA, Patrick Pryor.     

    Wie die Zeitung New York Times (NYT) schreibt, wird der Kampf gegen den Daesh in Libyen nicht einfach sein: Nach dem Gaddafi-Sturz gibt es im Land keine funktionierende Regierung, während zahlreiche Gruppierungen in den Kampf gegeneinander, nicht gegen die Terrorislamisten, versunken sind. 

    Die Nachbarländer seien hingegen zu schwach, um eine militärische Intervention zu beginnen.    

    Die Terrormiliz Daesh stellt heute eine der größten Bedrohungen für die Weltsicherheit dar. Die Daesh-Kämpfer haben in den drei zurückliegenden Jahren große Gebiete des Irak und Syriens besetzt und versuchen jetzt, ihren Einfluss auf Nordafrika, besonders Libyen, auszudehnen. Nach unterschiedlichen Schätzungen erstrecken sich die vom Daesh kontrollierten Gebiete, in denen ein „islamisches Kalifat“ ausgerufen wurde, über insgesamt 90.000 Quadratkilometer.

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