19:41 12 Dezember 2019
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    Bundeswehr ohne genug Kampf-Jets im Anti-Terror-Einsatz?

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    Die Bundeswehr plant, mehrere Aufklärungstornados in den Kampf gegen die Terrormiliz Daesh (auch „Islamischer Staat“) nach Syrien zu schicken. Dabei ist nicht einmal jeder dritte Jet einsatzbereit, berichtet Focus-Online unter Berufung auf einen neuen Bericht des deutschen Verteidigungsministeriums.

    Von insgesamt 93 Tornado-Fliegern der deutschen Luftwaffe seien 66 momentan in Betrieb, so das Online-Magazin. Von diesen allerdings seien nur 29 – neun weniger als im Vorjahr – tatsächlich einsatzbereit. Als Ursache werde im Bericht „die mangelnde Verfügbarkeit von Ersatzteilen“ genannt.

    Ein Jahr nach dem Bekanntwerden schwerer Materialmängel bei der Bundeswehr habe sich nicht viel geändert. Vor allem bei Fluggeräten von Luftwaffe und Marine seien weiterhin zahlreiche Mängel festzustellen, so Focus-Online.

    Von den Kampfflugzeugen des Typs "Eurofighter" und "Tornado" sei nur jeweils die Hälfte einsatzbereit. Die Situation mit den "Transall"-Transportflugzeugen sehe besser aus: 57 Prozent würden hier als einsatzbereit eingestuft. Doch dieses Modell befinde sich „am Ende seiner Nutzungsdauer“. Es bleibe nur wegen Lieferungsproblemen beim Nachfolger A400M weiterhin in Betrieb.

    Die Ausstattung bei den Hubschraubern "Sea Lynx" und "Sea King" würden „unterhalb des operativ erforderlichen Minimalbedarfs" liegen, berichtet Focus-Online unter Berufung auf die Sachverständigen. Gravierende Mängel seien auch bei den Hubschraubern NH90 und "Tiger" des Heeres festzustellen. Wegen mangelnder Ersatzteile und fehlender Mechaniker seien von je 23 Maschinen nur fünf beziehungsweise sechs startklar. Eine verlässliche Ausbildungs- und Übungsnutzung sei nicht möglich.

    Der Verteidigungspolitikerin der Grünen, Agnieszka Brugger, zufolge seien die Materialprobleme bei der Bundeswehr „völlig ungelöst“. Da bei einigen Hubschraubermodellen nur ein Fünftel des Bestandes genutzt werden könne, habe die Politikerin von der Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen gefordert, „endlich einen Fahrplan zur Lösung der Ersatzteilengpässe vorzulegen“. Dies sei aus Bruggers Sicht wesentlich wichtiger, als „mit immer mehr teureren und sicherheitspolitisch fragwürdigeren Risikorüstungsprojekten das Chaos noch weiter zu verschärfen".

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    Tags:
    Tornado, Eurofighter Typhoon, Terrormiliz Daesh, Bundeswehr, Ursula von der Leyen, Syrien, Deutschland