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12:48 19 September 2019
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    US-Drohne MQ-1 Predator

    Nach Enthüllung: Ex-Drohnenpiloten werfen US-Behörden Hetzjagd vor

    © Foto : US National Guard / Stanley Thompson
    Militär
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    In den USA sind die Bankkonten von vier früheren Militärdrohnenpiloten eingefroren worden. Die Personen hatten zuvor diverse Details des nach ihrer Auffassung „schrecklichen“ und den Tod friedlicher Menschen bringende Staatsprogramms zum Einsatz von Drohnen öffentlich gemacht, wie TV-Sender RT berichtet.

    Die früheren Drohnenlotsen erzählten, man hätte versucht, die Steuermänner so „einzustellen“, dass sie den Schussknopf drückten, ohne an den Mord an Kindern zu denken. Um der Realität zu entgehen, hätten manche Mitarbeiter Drogen und Alkohol am Arbeitsplatz genommen.

    Den ehemaligen Drohnenpiloten zufolge führe der Tod an Zivilisten zum Aufschwung des Terrorismus, weil Menschen, die sich an den Mördern ihrer Nächsten rächen wollen, oft zu radikalen Ideen neigen.

    Einer der vier Enthüller erzählte, wie sich sein Leben nach der Veröffentlichung der Details über das geheime Drohneneinsatz-Programm geändert hat.

    „Ich habe fünf Jahre und fünf Tage so gearbeitet. Ich habe 13 direkte Vernichtungsaktionen geleitet. Bei den Missionen unter meiner Beteiligung wurden mehr als 1600 Menschen getötet“, erzählte Brandon Bryant. „Ehrlich gesagt, versuche ich jetzt, meine Seele zu reinigen. Aber im Februar teilte mir das FBI mit, dass mich IS-Kämpfer töten wollten. (…) Auch meiner Mutter wurde gesagt, der IS wolle sie töten. In dieser Zeit wurde mein Hund zwei Mal überfallen. Es ist merkwürdig, dass FBI-Vertreter nicht auf legitime Methoden zurückgreifen, sondern mich und meine Familie einfach verfolgen und uns nicht in Ruhe lassen.“

    Das ist ein typisches Beispiel dafür, wie auch US-Behörden Hetzjagden gegen die Enthüller führen.

    Die Administration von US-Präsident Barack Obama hat im Sinne des Gesetzes „Über Spionage“ Ermittlungen gegen insgesamt acht Personen eingeleitet. Das wird heute als ein Zeichen beispiellosen Kriegs gegen Enthüller wahrgenommen.

    Die früheren US-Beamten wurden zu insgesamt 751 Monate Haft verurteilt. Die Chancen auf vorzeitige Freilassung sind eher gering: Obama hat weniger als jeder andere US-Präsident seit Anfang des 19. Jahrhunderts begnadigt.

    Der frühere CIA-Mitarbeiter Larry Johnson hält die Verfolgung der früheren Drohnenlotsen für illegal.

    Die Aktiva dieser Menschen wurden ohne Einhaltung von Prozessregeln beschlagnahmt. Dabei wurden die Verfassung und andere Gesetze der USA verletzt. Die Behörden nutzen die Terrorgefahr und die Angst der Bürger des Landes aus, um ihr rechtswidriges Vorgehen zu rechtfertigen“, sagte Johnson gegenüber RT. „Beamte verschiedener Ebenen versuchen, die Menschen, die es gewagt haben, die Wahrheit zu sagen, zum Schweigen zu bringen und dafür zu bestrafen. Wenn ein Teilnehmer eines staatlichen Programms erklärt, die Behörden würden falsch handeln, dann sollten die US-Regierung und das Volk ihnen zuhören.“

    „Oft ist das übermäßige Vertrauen in die modernen Technologien ein Hindernis bei der Suche nach alternativen Wegen zur Problemlösung oder nach anderen Handlungsplänen. Ein Bombenangriff aus einer Höhe von sechs bis neun Kilometern sieht wie ein Computerspiel aus, obwohl dabei echte Menschen zu Zielscheiben werden“, so Johnson.

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    Tags:
    Drohne, Islamischer Staat, Terrormiliz Daesh, RT, Barack Obama, USA