SNA Radio
    Flugzeugträger der Marine der Volksrepublik China Liaoning

    Chinas Aufholjagd auf US-Navy: „Nur eine Frage der Zeit“

    © AP Photo / Xinhua, Li Tang
    Militär
    Zum Kurzlink
    China und USA auf Konfrontationskurs (73)
    122559

    Während westliche Medien den baldigen Stapellauf des ersten Flugzeugträgers aus chinesischer Produktion prognostizieren, vermeiden die Chinesen selbst klare Prognosen. Ein russischer Analyst vermutet unterdessen, dass China in mehreren Jahren stark genug sein wird, um sich mit den USA auf See zu messen – zumindest vor seiner eigenen Kürste.

    Die chinesische Zeitung „Renmin Ribao“ zitierte am Mittwoch in ihrer Onlineausgabe den Militärexperten Li Jie mit den Worten, der Bau eines Flugzeugträgers nehme gewöhnlich vier bis fünf Jahre in Anspruch. Ausländische Medienberichte zum Thema seien gewissermaßen spekulativ und zielten darauf ab, die militärische Bedrohung durch Peking zu übertreiben. China selbst wolle auf diesem Gebiet entsprechend seinen eigenen Plänen vorgehen, sagte Li nebulös.

    Die in Kanada ansässige Onlinezeitung „Kanwa Defense Review“ hatte kürzlich unter Berufung auf Satellitenbilder berichtet, der erste in China gebaute Flugzeugträger laufe voraussichtlich 2016 vom Stapel. Unterdessen bereite sich China schon darauf vor, selbstständig einen zweiten Flugzeugträger zu bauen. Der Bau könne ebenfalls 2016 beginnen, und zwar auf der Werft Jiangnan, so der Bericht.

    Vorerst hat China keine Kriegsschiffe dieser Klasse aus eigener Produktion. Der einzige Flugzeugträger „Liaoning“, der den Chinesen zur Verfügung steht, war einst in der Sowjetunion gebaut worden. China kaufte ihn in der postsowjetischen Ukraine, rüstete ihn um und stellte ihn 2012 in Dienst.

    Der russische Marineexperte Michail Nenaschew sagte der Onlinezeitung vz.ru: „Derzeit ist China den USA als Seemacht zweifelsohne unterlegen, doch das ist nur eine Frage der Zeit: In Bezug auf die Marinepräsenz in seiner Region, nahe seinen Hoheitsgewässern, wird sich China in etwa fünf Jahren bereits mit den USA messen können.“

    Den Vereinigten Staaten stehen derzeit zehn Flugzeugträger zur Verfügung. China und die USA haben jeweils 24 und 84 Zerstörer. Die Zahl der Atom-U-Boote beträgt jeweils 12 und 71. Die chinesische Kriegsmarine wird aber schnell modernisiert.

    Im Oktober hatte sich ein US-Zerstörer den von China beanspruchten Spratly-Inseln im Südchinesischen Meer genähert. Der chinesische Marinechef Wu Shengli bezeichnete jenes US-Vorgehen als provokativ, weil ein „kleiner Zwischenfall einen Krieg in der Region provozieren“ könne.

    Nenaschew kommentierte im Hinblick auf jene Spannungen: „China gibt den USA klar zu verstehen: Ihr habt hier nichts zu suchen, wir werden selbstständig eine gemeinsame Sprache mit unseren Nachbar finden.“ Amerika werde aber kaum zurückrudern, denn der einstige Hegemon stehe nun da als „gekränkter Teilnehmer am geopolitischen Wettkampf“, so der russische Experte.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    China und USA auf Konfrontationskurs (73)

    Zum Thema:

    Clinton: China und Russland sind militärische Herausforderungen für USA
    US-Drohgebärden entlocken China nur ein Lächeln
    USA brüskieren China mit Bomber-Überflug im Südchinesischen Meer
    Verfolgungsjagd: Chinesisches U-Boot bedrängt US-Flugzeugträger
    Tags:
    Liaoning, Michail Nenaschew, USA, China