19:08 21 Oktober 2018
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    Al-Qaida-Kämpfer in Syrien

    Financial Times deckt auf: So kommt Daesh an Waffen

    © AFP 2018 / Rami Al-Sayed
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    Journalisten der „Financial Times“ haben den Mechanismus der Waffenlieferungen an die Terrorgruppe Daesh (auch Islamischer Staat oder IS) aufgedeckt und sich anonym mit den Lieferanten getroffen.

    Daesh würde hauptsächlich Munition kaufen, betonen die Waffenhändler. Nach der Eroberung von Mossul, der zweitgrößten irakischen Stadt, im Sommer 2014, fielen Waffen im Wert von Hundert Millionen US-Dollar in die Hände der Terroristen. Mit jedem errungenen Sieg fülle Daesh den Munitionsvorrat auf, aber sie seien bereit, täglich Patronen in großen Mengen zu kaufen, schreibt “ Financial Times”.

     „Sie kaufen wie Verrückte. Sie kaufen täglich: morgens, tagsüber, abends", sagt einer der Händler.

    Nach den Einschätzungen der Lieferanten werden monatlich für den Kampf im Raum der syrischen Stadt Deir ez-Zor Patronen im Wert von nicht weniger als eine Million US-Dollar verbraucht. Dieselbe Menge sei für nur eine Woche des Vormarsches der Terroristen in den Raum des nahegelegenen Flughafens im Dezember benötigt worden.

    Der hohe Bedarf an Patronen sei auf die Kampftaktik der Terroristen zurückzuführen: Sie setzen hauptsächlich auf verminte Autos, Selbstmordattentäter sowie Sturm- und Maschinengewehre.

    Daesh habe eine Logistikkette eingerichtet, die vom höchsten Militärkommando geleitet werde, vergleichbar mit dem Ölhandel. Nach Angaben von “Financial Times”-Quellen in den irakischen Sicherheitsstrukturen wird die Munition an die Terroristen bereits am Tag nach der Bestellung geliefert.

    Daesh stelle den Waffenhändlern Sonderausweise aus. Die Händler bekämen volle Bewegungsfreiheit im Tausch dagegen, dass die Ware nur an Daesh geliefert wird.

    Einem Waffenhändler zufolge ist es den Terroristen nicht wichtig, bei wem die Munition erworben wurde – beim Irak, dem syrischen Regime, den Aufständischen oder den Israelis. In Syrien gibt es große Mengen an Waffen auf dem Schwarzmarkt. Für die Zustellung von Geschossen nutzen die Schmuggler nicht selten Tankwagen, die in die Daesh-Gebiete leer zurückkehren.

    Weil die Terroristen sich wegen dem Vorrücken der Koalition weiter von der türkischen Grenze entfernen müssen, fallen einige Schmuggelrouten weg und die Preise für die Munition würden steigen.

    Mehr zum Thema: „Business as usual“: Erdogan-Clan treibt Geschäfte mit IS-Terroristen

    Daesh vergebe zunehmend mehr Handelslizenzen, um die Lieferanten in einen Preiskampf zu zwingen. Weil es kaum andere Einnahmequellen gebe, werde jede frei werdende Stelle als Lieferant sofort neu besetzt.

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