04:57 15 November 2019
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    Eine MiG-23 der syrischen Luftwaffe auf dem Stützpunkt „Hama“

    Russlands Militär: Pentagon verschweigt Kampfjet-Angriffe auf Assad-Armee

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    Am 6. Dezember haben Flugzeuge der von den USA geführten Koalition einen Luftschlag gegen Stellungen der syrischen Streitkräfte versetzt, bei dem mehrere Menschen ums Leben kamen. Laut dem russischen Militärsprecher Igor Konaschenkow sind zu der Zeit keine russischen Kampfjets über dem Gebiet geflogen.

    Unter Berufung auf den syrischen Generalstab teilte Konaschenkow mit, dass Koalitionsmitglieder am 6. Dezember 2015 zwischen 19.40 bis 19.55 Uhr einen Luftschlag gegen ein Feldlager der 168. Brigade der 7. Division der syrischen Regierungstruppen versetzt haben, das zwei Kilometer westlich vom Flugplatz Deir ez-Zor gelegen sei. Laut Konaschenkow befanden sich dort zwei Kampfjet-Paare aus zwei Mitgliedsländern der von den USA angeführten Anti-IS-Koalition.

    Bei dem Angriff seien drei Schützenpanzerwagen und vier mit schweren Maschinengewehren ausgerüstete Fahrzeuge vernichtet sowie vier Menschen getötet und weitere zwölf verletzt worden. Russische Flugzeuge habe es in dem Raum zu diesem Zeitpunkt nicht gegeben. „Alle unsere Flüge durch den syrischen Himmel vereinbaren wir mit der Luftfahrtverwaltung und mit dem Generalstab der syrischen Regierungstruppen“, so der General.

    Ihm zufolge wissen auch US-Vertreter darüber Bescheid, denn Russland informiere die Amerikaner im Sinne eines entsprechenden Memorandums über die Zeit, die Flughöhe und die Routen seiner Kampfjets.

    „Im Himmel über Deir ez-Zor gab es zwei Kampfjet-Paare aus zwei anderen Ländern, die an der Anti-IS-Koalition beteiligt sind. Falls sie mit diesem Schlag nichts zu tun haben, warum verschweigen denn die Pentagon-Vertreter als Leitung der Anti-IS-Koalition die Anwesenheit von Flugzeugen ihrer Verbündeten am 6. Dezember über Deir ez-Zor?“, so Konaschenkow.

    Er zeigte sich überzeugt, dass die Antwort auf die Frage, wer diesen Luftschlag gegen die syrischen Truppen versetzt hat, „sehr bald bekannt wird: Sobald die syrischen Behörden die Ergebnisse der Untersuchung dieses Zwischenfalls und den Typ der dabei verwendeten Munition veröffentlicht haben.“

    Am Montag hatte das syrische Außenministerium mitgeteilt, dass vier Kampfjets der Koalition am Sonntagabend neun Raketen gegen ein Objekt der syrischen Streitkräfte in Deir ez-Zor abgefeuert haben. Dabei seien drei Menschen getötet und 13 weitere verletzt worden. Die außenpolitische Behörde bezeichnete diesen Luftschlag als „Aggressionsakt“ und schickte eine Protestnote an den UN-Generalsekretär und den UN-Sicherheitsrat.

    Die internationale Koalition mit den USA an der Spitze beteuerte indes, sie hätte keine Schläge in der Provinz Deir ez-Zor geführt.

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    Die USA führen die aus 65 Ländern bestehende Koalition an, die sich an den Bombenangriffen gegen Stellungen der Terrormiliz Daesh in Syrien und im Irak beteiligen. Dabei sprechen sie ihr Vorgehen nicht mit den syrischen Behörden ab. Etwa 90 Prozent aller Luftschläge fliegt die US-Luftwaffe. Mit Russland, dessen Luftwaffe gegen die Daesh-Terroristen in Syrien kämpft, koordinieren sie ihre Handlungen nicht, obwohl eine Vereinbarung über Maßnahmen zwecks Vorbeugung von Kollisionen im syrischen Luftraum getroffen wurde.

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    Terrormiliz Daesh, Igor Konaschenkow, USA, Deir ez-Zor, Russland, Syrien