06:43 25 September 2020
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    Rüstungskonzerne aus Nordamerika und Westeuropa führen weiterhin das Ranking der 100 größten Waffenproduzenten und militärischen Dienstleister an. Das geht aus dem Jahresbericht des Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri hervor, der an diesem Montag vorgestellt wurde.

    Den ersten Platz in der Sipri-Liste belegt auch diesmal der seit Jahren das Ranking anführende US-Konzern Lockheed Martin. Auf Platz zwei und drei landeten, wie auch in den Jahren davor, der US-Konzern Boeing und die britische BAE Systems.

    Als Rankings-Neuheit nennen die Sipri-Experten die Zunahme der Zahl russischer Firmen – von neun im Jahr 2013 auf elf 2014. Darunter befinden sich auf Platz elf Almas-Antej (vor einem Jahr auf Rang zwölf), auf 14 der Vereinigte Flugzeugbaukonzern (15. vor einem Jahr), auf 15 der Vereinigte Schiffsbaukonzern (17. vor einem Jahr) und auf Platz 23 Vertoljoti Rossii (26. ein Jahr zuvor).

    Aus dem Sipri-Ranking geht hervor, dass in der Top Ten weiterhin Firmen aus den USA (sieben von zehn) und Westeuropa dominieren. Aber insgesamt ging die Zahl der Firmen aus diesen Ländern im vergangenen Jahr von 67 auf 64 zurück.

    Verkaufsvolumen

    Insgesamt belief sich das Verkaufsvolumen der 100 größten Waffenproduzenten und Dienstleister 2014 weltweit auf 401 Milliarden US-Dollar – das ist ein Rückgang von 1,5 Prozent im Vergleich zum Jahr 2013.

    OFAB-250-270-Bomben  im Waffenschacht eines russischen Langstreckenbombers Tu-22М3
    © Foto : Russian Ministry of Defence

    Wie die Sipri-Experten betonen, wird in den vergangenen vier Jahren ein Rückgang der Verkäufe beobachtet, aber der ist gering und erfolgt wegen fallenden Kennwerten der Firmen, hauptsächlich aus den USA und Westeuropa. Gleichzeitig werden bestimmte Tendenzen für eine Verkaufszunahme in anderen Regionen, zum Beispiel in Russland, beobachtet.

    „Die russischen Firmen befinden sich auf einer Welle der Steigerung der nationalen Militärausgaben und des Exportes“, sagt Sipri-Forscher Siemon Wezeman. Dabei betonte der Experte, dass dieser Prozess in Russland heute unter den Bedingungen bestimmter wirtschaftlicher Schwierigkeiten läuft.

    Daten zu China werden in der Statistik nicht berücksichtigt, da es keine zuverlässigen Informationen gibt, meinen die Sipri-Experten.

    Sipri

    Die Datenbank für Militärindustrie wurde von Sipri 1989 geschaffen und enthält Finanz- und Beschäftigungs-Daten von Firmen, die sich weltweit mit Rüstungsproduktion befassen. Unter Waffenverkauf verstehen die Experten den Verkauf von Rüstungswaren und Dienstleistungen an militärische Besteller sowohl auf dem Binnenmarkt als auch für den Export.

    Seit 1990 wird die Statistik über Waffenproduzenten in das Sipri-Jahrbuch aufgenommen, dessen nächste Ausgabe 2016 vorgestellt wird.

    Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri wurde 1966 gegründet. Es ist ein unabhängiges analytisches Zentrum für Konfliktforschung, Rüstungen und Kontrolle von Ausrüstung und Abrüstung.

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    Tags:
    Waffenhandel, Stockholmer Friedensforschungsinstitut (SIPRI), Almaz-Antey, Russland, Europa, USA