14:44 17 Juni 2019
SNA Radio
    Atom-Kreuzer Pjotr Weliki (Peter der Große)

    Neue russische Fla-Raketen: „Große Kopfschmerzen für gegnerische Marineflieger“

    © Sputnik / Vitaly Anjkov
    Militär
    Zum Kurzlink
    3038

    Russland modernisiert seine seegestützten Luftabwehrsysteme, um neue Kriegsschiffe damit auszurüsten. Aber auch die bewährten Raketen haben laut Experten ihre Vorteile im Vergleich zu ausländischen Pendants.

    Wie der russische TV-Sender Swesda am Dienstag in seiner Onlineausgabe berichtet, sollen neue Schiffe der russischen Kriegsmarine mit dem modernsten Flugabwehrsystem Redut des Herstellers Almaz-Antey ausgestattet werden. Dieses ist für verschiedene Schiffsklassen geeignet und kombiniert fortgeschrittene russische Entwicklungen auf diesem Gebiet. Neben modernen Raketen hat das System einen fortgeschrittenen Phased-Array-Radar des Typs Poliment. Damit kann das jeweilige Kriegsschiff bis zu 16 Luftziele zugleich unter Beschuss nehmen.
     
    Der russische Elektronik-Experte Sergej Pawlenko sagte dem Sender: „Die vertikalen Startvorrichtungen des Redut-Systems können gleich mehrere Raketentypen enthalten. Eine oder zwei Raketen haben dabei beispielsweise eine große bzw. mittlere Reichweite – und den Rest machen Raketen wie etwa 9M100 mit kleiner Reichweite aus. Mit Hilfe solcher Raketen und einer modernen hocheffizienten Radaranlage ist es möglich, gegnerischen Fliegern und Marschflugkörpern in 100 bis 120 Kilometern Entfernung große Kopfschmerzen zu bereiten.“
     

    Ein Kriegsschiff kann dabei bis zu 128 Raketen mit geringer Reichweite an Bord nehmen. Im Jahr 2014 hatte die Korvette „Soobrasitelny“ mit dem ersten Schuss ein schnelles Übungsziel getroffen, das einen anfliegenden Marschflugkörper simulierte. Dies gelang, wie es damals hieß, trotz intensiver elektronischer Störungen. 
     
    Aber auch die Luftabwehrsysteme, die der Kriegsflotte längst zur Verfügung stehen, sind stark. Es geht vor allem um eine seegestützte Modifikation des bewährten S-300-Systems. Dessen Trumpf ist ebenfalls eine große Resistenz gegen elektronische Störungen. Je nach Klasse variiert die Zahl der Raketen auf einem Kriegsschiff. Der atomgetriebene Kreuzer „Pjotr Weliki“ hat beispielsweise zwölf Startvorrichtungen mit insgesamt 96 Fla-Raketen. 
     
    Der russische Raketenexperte und Ex-Marineoffizier Sergej Pankratow kommentiert: „Die ‚Pjotr Weliki‘ zählt überhaupt zu jenen Schiffen, denen man sich lieber nicht nähern sollte. Die Munitionsvorräte ermöglichen, sowohl schnelle Ziele wie Jagdflugzeuge als auch langsamere Ziele in bis zu 200 Kilometer Entfernung abzuschießen, und zwar in großer Menge, rund um die Uhr und bei jedem Wetter.“
     
    Die Wirksamkeit bei Ortung und Erfassung von Zielen sowie die allgemeine Sicherheit machen laut Pankratow eben jene besonderen Vorteile aus, durch die sich russische Luftabwehrsysteme von ihren ausländischen Pendants unterscheiden. 
     
    „Das S-300-System und dessen seegestützte Version Fort sind derzeit die effizientesten und sichersten Luftabwehrwaffen, die es überhaupt gibt (mit Ausnahme des S-400, das noch einige Stufen höher steht). Die S-300-Modernisierung ist ebenfalls ein ziemlich interessanter Vorgang. Die Effizienz lässt sich auf verschiedene Weise steigern, darunter auch durch die Installierung neuer Radaranlagen auf Kriegsschiffen. Später werden offenbar auch die Raketen selbst modernisiert. Deren Reichweite könnte theoretisch verdoppelt werden“, so der Experte.

    Zum Thema:

    Russland modernisiert S-300-Systeme für Iran – Lieferung noch in diesem Jahr möglich
    Marinechef: Russland modernisiert Atom-Raketenkreuzer „Pjotr Weliki“
    Tags:
    Kriegsschiffe, Luftabwehrkräfte, Marine, S-300-System, Anti-Schiffssystem Redut, Almaz-Antey, Russland