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    Diese Munition der Daesh-Kämpfer hatte die irakische Polizei nahe der Stadt Tikrit im März 2015 entdeckt

    Anti-Terror-Kampf: „Man muss den Waffenexport an den IS stoppen“ – Experte

    © AFP 2019 / Ahmad Al-Rubaye
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    Der weltweite Verkauf von Rüstungsgütern ist laut dem neuen SIPRI-Bericht im Jahr 2014 auf insgesamt gut 400 Milliarden US-Dollar gesunken. Deutschland legt entgegen dem Trend zu: Deutsche Konzerne verzeichneten ein Umsatzplus von 9,4 Prozent.

    „Der Trend ist darauf zurückzuführen, dass die Firmen Absatzschwierigkeiten haben und andere Länder sich selbst auf Waffenindustrie qualifiziert haben und somit auf Exporte nicht mehr angewiesen sind, wie z.B. jetzt die Türkei“, sagt Jürgen Grässlin, Sprecher der Kampagne „Aktion Aufschrei — Stoppt den Waffenhandel!“, im Interview für Sputniknews.

    Eine exorbitante Steigerung habe dabei die Firma ThyssenKrupp erzielt, vor allem durch den Export von Kriegsschiffen und U-Booten in die Empfängerstaaten, die eine bedenkliche Menschenrechts- oder Sicherheitslage haben, fügt Grässlin hinzu. „Erschreckend ist auch ein Bericht von Amnesty International, dem zufolge der IS mit Waffen aus 25 Staaten, darunter aus Deutschland, ausgerüstet sei. Es sollte endlich unterbunden werden, dass die Terrororganisation mit Waffen bis auf die Zähne hoch ausgerüstet wird“, so Grässlin. 

    Saudi-Arabien hat eine internationale islamische Antiterror-Koalition ins Leben gerufen, an der sich insgesamt 34 Länder beteiligen sollen. „Es ist schon spannend, was sich da abzeichnet: Aus der Türkei, Katar und Saudi-Arabien heraus wurde der IS in vergangenen Jahren finanziell unterstützt und mit Waffen hochgerüstet und plötzlich bekennen sich diese Staaten zum Anti-Terror-Kampf. Das zeigt die ganze Absurdität dieser Geschichte auf: Wie will man den IS ernsthaft bekämpfen, wenn man ihn gleichzeitig unterstützt und hochrüstet? Vielleicht ist es der Anfang dessen, dass man jetzt nicht nur militärisch denkt – das wäre mein Wunsch“, meint Jürgen Grässlin.

    Man müsse die Waffenexporte an den IS stoppen, ihn finanziell ausbluten und man müsse schauen, dass die Grenzen rund um den Irak wegen des Ölverkaufs durch den IS dicht gemacht werden. Das wäre viel erfolgreicher.

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    „Wir haben aus dem Afghanistan-Krieg und dem Irak-Krieg gelernt, dass militärische Interventionen keinerlei Erfolg bringen. Man kann Terror nicht mit Gewalt besiegen“, so der Experte.

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    Waffenhandel, Terrormiliz Daesh, Jürgen Grässlin