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14:57 21 September 2019
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    Explosion einer Atombombe

    US-Pentagon-Mitarbeiter: Zivilbevölkerung ist nach wie vor Ziel der US-Atomkräfte

    © Foto : Pixabay
    Militär
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    Die Zivilbevölkerung bleibt bis heute potenzielles Objekt für einen Schlag der US-Atomkräfte, sagte der frühere Pentagon-Mitarbeiter und Experte für Raketentechnik, Theodore Postol, in einem Sputnik-Interview.

    Zuvor hatte die Nationalverwaltung für Archive und Dokumentation der USA die offengelegte Liste von potenziellen Zielen der US-amerikanischen Atombombenschläge für das Jahr 1959 veröffentlicht, auf der Hunderte Objekte in der Sowjetunion, Osteuropa und China stehen.

    Das Dokument sieht wie eine große Tabelle aus, die vom Strategischen Luftkommando der USA im Jahr 1956 zusammengestellt wurde und Informationen über Atomschläge sowie einen geplanten Atomkrieg enthält, der drei Jahre später hätte beginnen können.

    Bei vielen Zielen handelt es sich um Industrieobjekte und Regierungsgebäude, jedoch waren in jeder Stadt auch zivile Objekte im Visier. „Tatsache ist, dass die Bevölkerung für uns von Anfang an ein Ziel war und es immer noch ist“, sagte Postol. Laut ihm führen US-Militärstrategen nach wie vor Politiker und Bürger irre, was die realen Ausmaße der Zerstörung betrifft, die bei der Explosion einer Thermonuklear- oder einer H-Bombe entsteht.

    Mehr zum Thema: US-Offizier vereitelte 1962 Atomschlag auf Sowjetunion nur knapp

    Die US-Militärs schaffen, so Postol, eine Illusion, wenn sie sagen, dass die Angriffe auf konkrete Ziele oder Gruppen von Zielen nicht so viele Zivilopfer fordern würden: „Die Wirkung der Kernwaffe erstreckt sich auf ein derart breites Territorium, dass es absolut unmöglich ist, nur Industrieziele zu treffen, die fast immer innerhalb oder nahe an Agglomerationen liegen, ohne den Schlag auch gegen die Bevölkerung der betroffenen Städte zu richten“, erläutert der Experte. 

    Große Mengen an Informationen über die Ära des Kalten Krieges werden immer noch in den Archiven geheim gehalten, sagt William Burr vom US-Archiv für die nationale Sicherheit, der die Liste der Ziele aus den 1950er Jahren beantragt und erhalten hat. In den Archiven könnten, so Burr, noch Angaben liegen, von denen keiner etwas ahne.

    Laut dem Analytiker ist die Liste von Zielen das ausführlichste Dokument, das je von den US-Luftstreitkräften veröffentlicht wurde: „Wir werden (dank diesem Dokument) besser verstehen, wie die Strategen des Luftkommandos die Nutzung der Kernwaffe im Laufe von Konflikten sahen und wie bzw. gegen welche Ziele sie eingesetzt werden sollte“, sagte Burr der Agentur Sputnik.

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    Tags:
    Kalter Krieg, Atomkrieg, USA