22:38 30 März 2020
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    Der polnische Verteidigungsminister Antoni Macierewicz plant, die Armeestärke zu verdoppeln. Als einen Grund für diese Entscheidung nannte er den Konflikt in der Ost-Ukraine.

    Das Verteidigungsministerium Polens hat vor, im Jahr 2016 drei neue Brigaden für die Territorialverteidigung an der Ostgrenze zu stationieren und im Einsatz stehende Verbände dorthin zu schicken, sagte Verteidigungsminister Antoni Macierewicz in einem Interview für das Magazin „Polska Zbrojna“. Er plane zudem, die Armeestärke Polens zu verdoppeln, was sie zu einer der größten Armeen Europas und der Nato machen würde.

    “Wir wollen nicht, dass die Armee an der westlichen Grenze konzentriert ist, wie es 1989 der Fall war.“

    Was die Verdoppelung der Armeekräfte anbetrifft, merkte Macierewicz an, dass die polnische Regierung bis heute nicht die Resolution des Sejm aus dem Jahr 1791 erfüllt hat, die eine Erhöhung des Militärkontingents auf bis zu 100.000 Soldaten erlaubt. Wie der Minister einschätzte, zählt die polnische Armee etwa 80.000 Soldaten.

    „Ich glaube, der polnischen Armee sollte im Endeffekt das Kräftepotential von 150.000 Soldaten zur Verfügung stehen. Das ist das Minimum, das für den Kampf gegen Gefahren erforderlich ist“, so der Politiker. Die Hauptgefahr für die europäische Sicherheit sieht Macierewicz derzeit in dem Konflikt in der Ostukraine.

    Auf eine mögliche Operation Polens in Syrien angesprochen, sagte der Verteidigungsminister, dass es keine konkreten Gespräche darüber gab. Eine polnische Beteiligung auf Bitte Frankreichs sei vom Gegenseitigkeitsprinzip geleitet.

    „Polen ist bereit, Frankreich bei den Aufgaben zu unterstützen, die die Regierung in Paris gestellt hat. Wir sind auch bereit, an solch einer Arbeit teilzunehmen, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass Frankreich uns ebenfalls unterstützt, wenn wir es brauchen, zum Beispiel in der Frage der Stationierung von Nato-Truppen in Polen“, schlussfolgerte der Minister.

    Frankreich gehört neben weiteren 64 Ländern der von den USA geführten Anti-Terror-Koalition an, die Bombenangriffe gegen Daesch-Ziele im Irak und in Syrien fliegt. Dabei geht die Koalition in Syrien ohne Genehmigung der legitimen syrischen Regierung vor.

    Nach einer blutigen Anschlagsserie in Paris vom 13. November, die 129 Tote und rund 350 Verletzte nach sich zog, hatte Paris mit intensiveren Bombardements begonnen.

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    Tags:
    Armee, NATO, Antoni Macierewicz, Polen