22:55 28 Juni 2017
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    Hubschrauber Mi-8

    Russisches High-Tech-Novum: Hubschrauber für Raketen „unsichtbar“

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    Neue Waffen für russische Armee (668)
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    Die für die elektronische Kampfführung geeignete Technik mit dem Codenamen Witebsk, mit der russische Hubschrauber derzeit ausgerüstet werden, führt gegnerische Radare irre und macht infrarotgelenkte Raketen blind. Während Experten erklären, wie sie funktioniert, wird bereits an moderneren Systemen für diese Zwecke getüftelt.

    Flugzeuge und Hubschrauber der russischen Seestreitkräfte
    © Sputnik/ Host Photo Agency/Igor Zarembo
    Ein Sprecher des im Gebiet Kaluga ansässigen zuständigen Forschungsinstituts KNIRTI sagte dem russischen Fernsehsender Swesda: „Das Witebsk-System kann erkennen, wer, wozu, aus welcher Richtung und aus welcher Distanz den Hubschrauber bestrahlt. Vom Gerät des potenziellen Gegners wird dabei eine ganze Reihe von Parametern abgelesen.“

    Falls jemand versuche, den Hubschaubern anzuvisieren, aktiviere das an Bord installierte System den Schutz-Modus. Es gehe darum, Täuschziele elektronisch zu generieren. Danach spiele es keine Rolle mehr, wieviel Raketen gegen den Hubschrauber abgefeuert würden, denn jede davon werde ihn verfehlen, hieß es.

    Mi-8
    © Sputnik/

    Während der Testphase hatte das Schutzsystem seine Effizienz eindeutig bestätigt. Es wurde an Bord eines Mi-8-Hubschraubers installiert und erlebte eine wirkliche Feuertaufe. Die Maschine wurde mit Boden-Luft-Raketen des Typs Igla unter Beschuss genommen. Es gab jedoch keinen einzigen Treffer – alle Raketen flogen an dem Hubschrauber vorbei. Laut Experten reichen nicht einmal 20 Raketen aus, um eine entsprechend ausgerüstete Maschine abzuschießen.

    Der Sender zitierte einen weiteren Fachmann mit den Worten: „Die Anlage ist fähig, nicht nur ein Täuschziel für das gegnerische Radar zu erzeugen, sondern auch eine ganze Staffel solcher Ziele vorzutäuschen, die der Gegner dann beschießt und Munition verbraucht.“

    Um den Gegner zusätzlich irrezuführen, können sich die elektronisch simulierten Ziele, wie es hieß, sogar in einer organisierten Gruppe bewegen. Darüber hinaus kann die Witebsk-Anlage Breitband-Störungen erzeugen und dem Gegner dadurch die Kommunikation erschweren.

    Der Militärsprecher Alexander Godejew hatte zuvor gesagt, die Anlage Witebsk sei auch fähig, die Maschine vor infrarotgelenkten Raketen zu schützen: „Das System bildet eine ‚elektronische Kuppel‘ um den Hubschrauber und macht mit einem Laser-Scheinwerfer die Raketen blind.“

    Derzeit werden Militärhubschrauber Mi-8- in der ostrussischen Region Transbaikalien mit solcher Technik ausgerüstet. Es gibt aber auch eine Modifikation für Militärtransportflugzeuge, wie der Hersteller KRET mitteilte. Zuvor war eine Version für Kampfhubschrauber Ka-52 und Mi-28 sowie für Erdkampfflugzeuge Su-25 zustande gekommen.

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    Unterdessen wird bereits an moderneren Anlagen getüftelt. Igor Nasenkow, stellvertretener Geschäftsführer von KRET, hatte noch im Sommer gesagt: „Um Luftfahrzeuge zu schützen, werden derzeit perspektivische Anlagen für die elektronische Kampfführung entwickelt. Im Vergleich zu Witebsk sollen sie bessere Eigenschaften haben, neue physikalische Funktionsprinzipien nutzen und in der Lage sein, Attacken von praktisch allen Flugabwehrwaffen zu vereiteln.“

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    Tags:
    Witebsk-System, Mi-28, Ka-52, Mi-8, KNIRTI, Konzern Radioelektronische Technologien (KRET)
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