21:24 20 August 2017
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    Experte des japanischen Wetterdienstes zeigt Ort des Tests in Nordkorea

    Südkoreanische Politologen: Seoul sollte Kernwaffen besitzen

    © REUTERS/ Issei Kato
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    Der Atomwaffen-Test Nordkoreas hat die Experten in Südkorea umgestimmt und manche Politologen von der Notwendigkeit für Seoul überzeugt, eigene Atomwaffen zu erwerben, so die südkoreanische Agentur YONHAP. Damit kann Seoul den nördlichen Nachbarn „bändigen“ und den Etat für konventionelle Waffen nicht überlasten, sind die Experten überzeugt.

    Nordkorea hatte am 6. Januar, wie es behauptet, eine Wasserstoffbombe getestet — unter dem Vorwand, dass seine Souveränität  von Seiten der USA bedroht ist.

    „Viel vorteilhafter ist, wenn die Republik Korea Atomwaffen besitzt, denn dann verringern sich die Haushaltsausgaben für die Großeinkäufe von konventionellen Waffen, der Wehrdienst für junge Leute könnte wesentlich verkürzt werden“, zitiert die Agentur die Worte eines des führenden Spezialisten für innerkoreanische Beziehungen, Cheong Seong Chan, vom Joseon Institute in Seoul.

    Der Experte, der früher für einen Dialog über atomare Abrüstung eintrat, sagte, die jüngste unterirdische Explosion Nordkoreas „hat deutlich bewiesen, dass die Denuklearisierung ein unerreichbares Ziel ist“.

    Yonhap führt ebenso die Meinung von Prof. Kim Tae-woo von der südkoreanischen Konyang-Universität an, dass Südkorea die Aufgabe, an Kernwaffen zu gelangen, über Verhandlungen mit seinem Bündnispartner – den USA – lösen müsse.

    „Unser Land ist stark von äußeren Kräften abhängig, und es ist sehr schwer für das Land, sich mit Atomwaffen zu wappnen, da das in der Weltgemeinschaft eine Verurteilung und Sanktionen auslösen würde“, erläuterte er.

    „Wenn man Nordkorea nicht stoppen kann, kann man darüber sprechen, dass Südkorea ebenfalls Atomwaffen braucht“, zitiert Yonhap den Professor.

    Die Diskussionen zu diesem Thema setzten in Südkorea ein, nachdem am 7. Januar ein Abgeordneter der regierenden Saenuri-Partei erklärt hatte, dass „um dem zerstörerischen und verheerenden Atom Nordkoreas zu widerstehen“, für Seoul „ebenfalls die Zeit gekommen ist, gestützt auf sein souveränes Recht, eine friedliche Atomenergie zu besitzen“.

    Wie zuvor ein Beamter aus der US-Regierung der Agentur Reuters mitgeteilt hatte, erörtern Washington und Seoul nicht die Möglichkeit einer Rückkehr des 1991 aus Südkorea abgezogenen amerikanischen Kernwaffenarsenals.

    Die USA haben die Präsenz ihrer Kernwaffen in Südkorea nie bekräftigt oder dementiert. Indessen behauptete Nordkorea, dort würden sich bis zu 1.000 amerikanische Atomsprengköpfe befinden. Zum Jahresende 1991 verkündeten Washington und Seoul, auf südkoreanischem Territorium würde es keine Kernwaffen mehr geben. Aber Pjöngjang glaubte das nicht.

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    Tags:
    Atomwaffen, Cheong Seong Chan, Südkorea, Nordkorea, USA
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