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    US-Navy besorgt über Aufholjagd durch Russland und China

    © Flickr / U.S. Navy/Jonathan Jiang
    Militär
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    Die US-Marineführung zeigt sich darüber besorgt, dass Russlands und Chinas Kriegsflotten stärker werden, und will Maßnahmen treffen. Im Hinblick darauf erklären russische und chinesische Experten, wozu ihre Länder mehr moderne Kriegsschiffe brauchen.

    John Richardson, Admiralstabschef der US-Navy, sagte in der laufenden Woche: „Russland und China erhöhen derzeit ihre militärischen Kapazitäten, um erneut als globale Mächte zu agieren. Für diese Zwecke stocken sie ihre Arsenale moderner Waffen auf“.  

    Die Intensität der russischen Marineeinsätze habe ihren Höhepunkt seit 20 Jahren erreicht. Chinas Kriegsflotte weite unterdessen ihre Aktivitäten auf die ganze Welt aus. Erstmals seit dem Zerfall der Sowjetunion werde die US-Navy mit einer solchen Herausforderung konfrontiert. Es gehe wieder um eine Rivalität der Großmächte, sagte Richardson nach Angaben der russischen Onlinezeitung vz.ru. Anfang Januar hatte er einen Aktionsplan veröffentlicht, der ähnliche Thesen enthält und die Strategie bestimmen soll, um die Überlegenheit der USA auf See aufrechtzuerhalten.

    Im Hinblick auf jenen Plan zitierte die Zeitung „Renmin Ribao“ den chinesischen Militärexperten Yin Zhuo mit den Worten, von einer Bedrohung durch Chinas Marine spreche die US-Navy hauptsächlich mit dem Ziel, mehr Finanzierung zu bekommen. Zwar hole die chinesische Kriegsflotte in den letzten Jahren tatsächlich ihren technologischen Rückstand auf die USA auf, doch die USA seien nach wie vor bestrebt, die Meeresgebiete nahe China zu kontrollieren. Vor diesem Hintergrund werde China sein Marine-Potenzial erhöhen, um seine grundlegenden Interessen wahrnehmen zu können. 

    Mehr zum Thema: Wankende Supermacht: USA fehlen Flugzeugträger

    Knapp vor dem Silvester hatte die Regierung in Peking den Bau eines zweiten Flugzeugträgers offiziell angekündigt. Jelena Bazhenowa, Expertin des russischen Fernost-Instituts, kommentierte für die Onlinezeitung gazeta.ru: „Für ein Land, dessen Bevölkerung mehr als eine Milliarde Menschen beträgt, reicht ein Flugzeugträger nicht aus. Die These, wonach China mit seiner Kriegsflotte eine aggressive Außenpolitik betreiben wolle, halte ich jedoch für unbegründet. Die chinesischen Streitkräfte einschließlich der Marine entwickeln sich zwar nachhaltig, aber mit einem sehr gemäßigten Tempo. Objektiv stellen sie keine Gefahr für Chinas Nachbarn dar. Die chinesische Militärdoktrin ist defensiv – und die Chinesen haben nicht vor, darauf zu verzichten.“

    Yin Zhuo bewertete auch Russlands Marine-Kapazitäten im Verhältnis zu den USA. Er sagte, Russland sei das einzige Land, das genug seegestützte Atomwaffen habe, um die USA zu verwüsten. Die russische Kriegsmarine erlebe derzeit eine Wiedergeburt und könne künftig ihre Missionen in abgelegenen Meeresgebieten intensivieren.

    Der russische Marineexperte Michail Nenaschew hatte zuvor für vz.ru kommentiert: „Russland hat Zugang zu drei Ozeanen. Güter- und Energielieferungen sind zum Teil nur auf dem Seeweg möglich. Um diese Lieferungen umzusetzen, brauchen wir die Seewege zu schützen. Womit eigentlich? Etwa mit Erklärungen des Außenministeriums? Oder doch mit Kriegsschiffen, die bereit wären, die Transporte sowohl vor Piraten als auch vor anderen Kriegsflotten bei Bedarf zu verteidigen?“

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    Tags:
    US-Navy, Michail Nenaschew, John Richardson, China, Russland, USA