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11:18 16 Oktober 2019
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    Türkische Panzer an der türkisch-irakischen GrenzeSituation in Syrien

    Experte: Türkei wird Konfrontation mit Russland an armenischer Grenze nicht riskieren

    © AFP 2019 / Bulent Kilic © AFP 2019 / Sameer Al-Doumy
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    Die Situation in Syrien droht, in einen ernsthaften Zusammenstoß zwischen der von der russischen Luftwaffe unterstützten syrischen Armee und den regulären türkischen Streitkräften auszuarten. Der armenische Turkologe Akop Tschakrjan schließt nicht aus, dass dies noch vor dem zum 25. Januar nach Genf einberufenen Syrien-Treffen passieren könnte.

    Diese Entwicklung dürfte sich aber auf die Region kaum auswirken, in der die Türkei im Grunde den regulären russischen Truppen gegenüberstehe. „Umso weniger wird sie sich auf Armenien auswirken, wo auf dem Flugplatz Erebuni die 102. (russische) Militärbasis stationiert ist“, sagte der armenische Wissenschaftler.

    Indes berichtete die türkische Zeitung „Today’s Zaman“ dieser Tage, dass reguläre türkische Truppen die syrische Grenze im Gouvernement Latakia überschritten und sich mit Freischärlern des Islamischen Staates Gefechte geliefert hatten. Andererseits kämpft die türkische Armee auch gegen die syrischen Kurden. Die Invasion auf das syrische Territorium hat zum Ziel, die dort ansässigen Turkmenen, die sogenannten Turkomanen, zu schützen.

    Die Lage wird dadurch erschwert, dass die Türkei NATO-Mitglied ist und die syrischen Regierungstruppen auf dem Territorium Syriens durch die russische Luftwaffe unterstützt werden. Turkologe Tschakrjan ist der Ansicht, dass so ein ernsthaftes Blatt wie „Today’s Zaman“ eine offenkundige Fälschung nie veröffentlicht hätte.

    „Das kann nur eines bedeuten: die Türkei geriet im Vorfeld des Genfer Syrien-Treffens in Panik. Es sei daran erinnert, dass Ankara den kurdischen Formationen seinerzeit unter Androhung militärischer Gewalt verboten hatte, sich auf dem westlichen Ufer des Euphrat aufzuhalten. Wenn die Zeitung recht hat, würde das bedeuten, dass sich die Türkei zu aktiven Kampfhandlungen auf dem syrischen Territorium entschlossen hat – ungeachtet der Gefahr eines militärischen Zusammenstoßes mit regulären syrischen Truppen und auch mit der russischen Luftwaffe, was für die Türken noch gefährlicher wäre“, betonte Tschakrjan.

    Wie würde sich ein solcher Zusammenstoß auf Armenien auswirken, das bekanntlich eine direkte Grenze zur Türkei hat?

    „Eine solche Entwicklung wird in Wirklichkeit ganz und gar nicht bedeuten, dass die NATO an den Kämpfen teilnehmen wird. Es sei daran erinnert, dass Ankara gleich nach dem Abschuss eines russischen Su-24-Bombers Washington und das Bündnis sofort um Hilfe ersucht hatte, während die letzteren von den Handlungen der Türkei gar nicht begeistert waren. Man müsste sich darüber klar werden, dass das Vorgehen der Türkei in der syrischen Konfliktzone weder mit der NATO- noch mit der politischen und militärischen US-Führung abgestimmt wurde. Die Türken unternehmen ein Abenteuer in der Hoffnung, dass ihre NATO-Mitgliedschaft ihnen einen Dienst erweisen wird und einen direkten Zusammenstoß mit der russischen Luftwaffe verhindern hilft“, sagte der Wissenschaftler.

    Die Türkei handelt im Grunde genommen auf eigenes Risiko, ohne Absprache mit dem NATO-Kommando. Das ist ein gewöhnliches politisches Abenteuer.

    Einige europäische NATO-Mitglieder sprachen nach dem Abschuss des russischen Bombers durch Ankara offen davon, dass die Türkei überhaupt nicht zu einem NATO-Mitglied hätte gemacht werden sollen. Ankara sei ein unberechenbarer, ein impulsiver Partner, dessen Mitgliedschaft in der Allianz mit Problemen einhergehe.

     

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    Tags:
    Konfrontation, Akop Tschakrjan, Türkei, Armenien, Russland