06:54 06 Dezember 2019
SNA Radio
    Fregatte „Admiral Gorschkow“ und Zerstörer „Nastojtschiwy“

    Unbemerkt in entlegene Meere: Russland baut Tarnkappen-Fregatte mit neuen Waffen

    © Sputnik / Konstantin Chalabov
    Militär
    Zum Kurzlink
    Neue Waffen für russische Armee (670)
    15331812
    Abonnieren

    Russland will demnächst neuartige Fregatten in Dienst stellen, die mit Radaren besonders schwer zu orten sind. Diese Kampfschiffe bekommen neben bewährten Waffen auch solche Systeme, die gegenwärtig noch getestet werden. Für den russischen Schiffsbau gilt das Projekt als vorrangig.

    Wie der russische TV-Sender Swesda am Montag berichtet, erhält die Kriegsflotte voraussichtlich noch im ersten Quartal des laufenden Jahres das Typschiff  des neuen Projekts 22350. Es handelt sich dabei um eine Fregatte mit dem Namen „Admiral Gorschkow“. Eigentlich hätte sie bereits Ende 2015 zur Verfügung gestellt werden sollen, doch die Inbetriebnahme wurde verschoben. Nach Angaben des Senders gehe die Verzögerung darauf zurück, dass solche Fregatten modernere Waffen bekommen sollten, die im Moment jedoch noch getestet werden.

    Bis 2020 sollen rund zwei Dutzend Kriegsschiffe dieser Klasse vom Stapel laufen. Drei Fregatten (zusätzlich zum Hauptschiff) werden bereits gebaut, wie der stellvertretende Marinechef Viktor Barsuk mitteilte.

    „Der Bau erfolgt mithilfe neuer Technologien. Eine Besonderheit ist die Anwendung von Verbundwerkstoffen, die das Schiff für Radare weniger auffällig machen. Die physikalischen Felder der Fregatten wurden beim Bau auf ein Minimum reduziert. Der Rumpf und der Decksaufbau bekommen eine völlig neue Architektur. All dies soll die Tarnfähigkeit verbessern“, so Barsuk.     

    „Es ist gelungen, Waffensysteme auf den neuen Schiffen rational zu platzieren und damit die Überlebensfähigkeit der Fregatten zu erhöhen. Diese werden in der Lage sein, als Teil von Schiffsverbänden auch in abgelegenen Meeresgebieten effizient zu operieren. Vorgesehen ist auch ihre Interaktion mit Marinefliegern und U-Booten. Die Kriegsschiffe dieser Klasse sollen multifunktional sein. Sie können im Sinne der Flugabwehr zum Einsatz kommen, U-Boote finden und im Auge behalten, see- und küstengestützte Ziele angreifen“, erläuterte der stellvertretende Marinechef.

    Mehr zum Thema: Russlands Superwaffen der nächsten Generation

    Die Kampfschiffe des Projekts 22350 sollen, wie der Swesda weiter berichtet, die veraltenden Zerstörer zum Teil ablösen. Die Fregatten sind billiger und schneller zu bauen. Deshalb gelten sie als Priorität-Programm für den russischen Schiffsbau.

    Von ihren Eigenschaften her sind sie geeignet für Einsätze sowohl im Schwarzen oder Mittelmeer als auch im Pazifik und in der Arktis. Jede Fregatte kann mehr als 4.000 Seemeilen autonom zurücklegen. Möglich ist eine bis zu 30 Tage lange Mission ohne Nachtanken.

    Das Hauptschiff trägt 16 Seezielflugkörper des Typs Moskit. Zur Verfügung steht außerdem das Artilleriesystem A-192 Armat. Dieses hat ein Kaliber von 130 mm und eine Reichweite von 22 Kilometern, seine Feuergeschwindigkeit beträgt 30 Schüsse pro Minute. Zur U-Boot-Abwehr steht das Raketensystem Medwedka-2 mit vertikalen Startvorrichtungen zur Verfügung. Eine modifizierte hydroakustische Ausrüstung ermöglicht, gegnerische U-Boote und abgefeuerte Torpedos in 60 Kilometer Entfernung zu entdecken. Die Fregatte führt außerdem einen Ka-27-Hubschrauber mit. In Sachen Flugabwehr können Raketensysteme des Typs Redut genutzt werden, aber auch Startvorrichtungen für Raketen des Typs Sosna-R, die sowohl im Kampf gegen Luft- als auch Seeziele effizient sind.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Neue Waffen für russische Armee (670)

    Zum Thema:

    National Interest: US-Militär fürchtet russische U-Boote
    Russland baut weitere Spionageschiffe gegen US-Raketenschild
    Russland verstärkt Militärpräsenz in Weltozean: 50 Schiffe und U-Boote im Dienst
    Neues russisches „Superschiff“ erschreckt deutsche Medien
    Tags:
    Fregatte „Admiral Gorschkow, Moskit, Ka-27, Viktor Barsuk, Pazifik, Arktis, Russland