19:10 29 März 2017
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    Luftabwehrraketenkomplex S-400-Triumf

    Pyramiden und Baukasten für russische Raketenabwehr: „Wirklich supermodern“

    © AFP 2017/ Kirill Kurdzantsev
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    Neue Waffen für russische Armee (667)
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    Während die Streitkräfte einen „supermodernen“ Raketenschild für Russland ankündigen, erläutern Experten, was die aktuelle Modernisierung konkret beinhaltet. Künftig geht es auch darum, Angriffe aus dem All abwehren zu können.

    Der russische Militärexperte Viktor Litowkin sagte im Radiosender BFM, auch die bestehende nationale Raketenabwehr sei effizient. Eine wichtige Komponente sei etwa die Radaranlage Don-2N in der Ortschaft Sofrino bei Moskau: „Das ist eine abgestumpfte viereckige Pyramide. Sie kontrolliert alle vier Haupthimmelsrichtungen und ist in der Lage, anfliegende fremde Raketen in mehr als 6.000 Kilometer Entfernung zu orten. Außerdem sind Luftabwehrraketen des Typs S-400 bei Moskau stationiert.“

    Infografik: Technische Daten der S-400-Abwehrraketen

    Die Radaranlage Don-2N in der Ortschaft Sofrino
    © Sputnik/ Kirill Kallinikov
    Die Radaranlage Don-2N in der Ortschaft Sofrino

    Dieser Raketenschild wird laut Litowkin weiter verbessert. Insbesondere die in Entwicklung befindlichen S-500-Raketen sollen ihn noch stärker machen: „Der S-500-Komplex soll bei Bedarf nicht nur ballistische Raketen, Marschflugkörper und Luftfahrzeuge ins Visier nehmen, sondern auch Ziele im Weltraum. Die USA weigern sich ja, Russlands und Chinas Vorschlag zu unterstützen, wonach keine Militärobjekte ins All gebracht werden dürfen. Es besteht also die Gefahr, dass die Amerikaner ihre Waffensysteme im Weltraum stationieren werden. Bereits jetzt absolvieren sie entsprechende Tests. Das russische S-500-System soll in der Lage sein, diese Hyperschall-Ziele anzuvisieren.“ 

    „Die Don-2N-Anlage sowie die S-400- und S-500-Raketen haben weltweit keine Pendants. Der Kampf von Schwert und Schild, von Angriff und Abwehr, geht also weiter“, stellte Litowkin fest.

    Oberst Andrej Tscheburin, bei den russischen Luft- und Weltraumkräften für die Raketenabwehr zuständig, hatte am Samstag im Radiosender Echo Moskwy gesagt, die Rüstungsindustrie arbeite gerade daran, den nationalen Raketenschild zu modernisieren: „Sowohl die Informations- als auch die Kampfkomponenten unseres Systems werden in den letzten Jahren grundlegend modernisiert. Ich denke, in nicht allzu ferner Zukunft bekommt unser Land eine wirklich supermoderne Raketenabwehr.“

    Sergej Bojew, Generalkonstrukteur des russischen Frühwarnsystems, hatte zuvor mitgeteilt, bis zum Jahr 2018 bekomme Russland voraussichtlich einen lückenlosen Radarschutz. Die im Bau befindlichen Radaranlagen seien „intelligenter“ und technologisch besser als jene aus der Sowjetzeit.

    „Eine moderne Radaranlage lässt sich mit einem Baukasten vergleichen. Dessen Elemente sind modular – man braucht sie vor Ort nur in der richtigen Reihenfolge zusammenzubauen. Dies ermöglicht, die Informations- und Energieparameter der Anlage bei Bedarf deutlich zu erhöhen. Die früheren Generationen von Radaranlagen hatten große (genauer gesagt, riesige) Abmessungen. Sie verbrauchten auch extrem viel Strom – vier- bis fünfmal so viel wie die gegenwärtigen Radaranlagen der Woronesch-Klasse. Auch die technologischen Flächen, wo die Anlagen errichtet werden, sind derzeit geringer. Die taktisch-technischen Daten der modernen Anlagen sind dabei nicht schlechter und in mancher Hinsicht auch besser im Vergleich zu den früheren“, so Bojew in einem Interview mit der Wochenzeitung „Argumenty i Fakty“.

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    Don-2N, Luftabwehr-Raketensystem S-500, S-400, Viktor Litowkin, Andrej Tscheburin, Russland
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