08:57 30 Oktober 2020
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    Korea-Konflikt flammt wieder auf (142)
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    Moskau ist nicht überzeugt, dass in der Demokratischen Volksrepublik Korea der Test einer Wasserstoffbombe stattgefunden hat, so der Russlands Außenminister Sergej Lawrow.

    „Gegenwärtig beraten wir uns mit den Amerikanern, auch mit unseren chinesischen Freunden, mit Vertretern der Republik Korea und Japan hinsichtlich dessen, was das gewesen ist. Wir sind nicht überzeugt, dass es der Test einer Wasserstoffbombe war“, erklärte der russische Minister am Dienstag in seiner Jahrespressekonferenz in Moskau.

    Laut Lawrow, „wenn es so gewesen wäre, würde das unter anderem bedeuten, dass die Resolutionen des Sicherheitsrates, die strenge Begrenzungen für die Lieferung beliebiger Stoffe nach Nordkorea eingeführt haben, die das Atomprogramm betreffen, nicht effektiv sind.“

    „Ich rechne damit, dass es möglich ist, das Atom-Problem der koreanischen Halbinsel zu lösen, weil die Aufgabe nicht darin besteht, dass es keine Atomwaffe im Besitz Nordkoreas gibt, sondern dass auf der koreanischen Halbinsel keiner Atomwaffen besitzt – weder Nordkorea noch Südkorea noch die USA, die nicht erneut Elemente ihres Kernwaffenarsenals dorthin bringen sollen“, merkte der russische Minister an.

    „Der einzige Weg ist zweifellos die Wiederaufnahme der sechsseitigen Verhandlungen“, sagte Lawrow am Dienstag auf der Pressekonferenz in Moskau.

    Nordkorea hatte sich im Jahr 2005 zur Atommacht erklärt und in den Jahren 2006, 2009 und 2013 unterirdische Atomversuche unternommen. 2009 war Pjöngjang aus den sechsseitigen Verhandlungen ausgetreten, an denen Russland, die USA, China, Japan und beide koreanische Staaten teilgenommen haben.

    Die Situation auf der koreanischen Halbinsel hatte sich nach dem am 6. Januar von Nordkorea durchgeführten sechsten Atombombentest zugespitzt. Aus Pjöngjang verlautete, es sei der Test einer Wasserstoffbombe gewesen. Südkorea nahm daraufhin seine gegen Nordkorea gerichtete Propaganda an der innerkoreanischen Grenze wieder auf. In einer Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates beschlossen all seine 15 Mitglieder, unverzüglich mit der Ausarbeitung einer neuen Resolution zu Nordkorea zu beginnen. Der Sicherheitsrat stellte fest, dass Nordkorea gegen vier seiner Resolutionen verstoßen hat, die in den Jahren von 2006 bis 2013 verabschiedet wurden. Es hieß, dass eine Gefahr für den internationalen Frieden und die Sicherheit existiere.

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    Wasserstoffbombe, Sergej Lawrow, USA, Südkorea, Japan, China, Russland, Nordkorea