10:36 18 November 2019
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    Der russische Militärstützpunkt in Armenien

    Russland modernisiert Stützpunkt im Südkaukasus: Motive und Hintergründe

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    Der russische Militärstützpunkt in Armenien erhält neue Waffen. Experten werden mit der Frage konfrontiert, ob diese Modernisierung mit den russisch-türkischen Spannungen zusammenhängt.

    Wie der russische Fernsehsender Swesda am Dienstag berichtet, werden die militärtechnischen Bestände des russischen Stützpunktes im armenischen Gjumri derzeit modernisiert. Im laufenden Jahr sollen mehrere MiG-29-Jäger zusätzlich zur Verfügung gestellt werden. Hubschrauber des Typs Mi-24P und Mi-8MT wurden bereits geliefert. Die Aufklärungseinheiten auf dem Stützpunkt erhielten russische Drohnen des Typs Tachyon. Und die Panzergrenadiere lernen den Umgang mit neuen Kampfanzügen Ratnik. Zu deren Komponenten zählt insbesondere ein Tarn-Equipment, das für Einsätze im Gebirge bei Temperaturen von minus 25 Grad bis plus 45 Grad geeignet ist.

    Russland und Armenien sind Mitglieder des postsowjetischen Militärbündnisses OVKS, dem auch Weißrussland, Kasachstan, Kirgisien und Tadschikistan angehören. Das Bestehen des russischen Militärstützpunktes in Armenien wird durch einen zwischenstaatlichen Vertrag geregelt, der eine Laufzeit bis 2044 hat.   

    Der russische Militärexperte Igor Korotschenko sagte dem Sender, die aktuelle Modernisierung der Militärbasis sei eine Garantie dafür, dass jede eventuelle Aggression abgewehrt werden könne – unabhängig davon, von wem sie ausgehe: „Dadurch soll die Stabilität im Kaukasus gewährleistet werden.“

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    Korotschenko sagte weiter, die Verstärkung des Stützpunktes sei sowohl für Russland als auch für Armenien vorteilhaft und liege im Interesse der beiden Länder. Armeniens Sicherheit könne theoretisch etwa durch die Türkei gefährdet werden, die im Moment mit Russland Spannungen habe. Es gehe allerdings nicht darum, dass eine konkrete Gefahr durch die Türkei bestehe. Die Modernisierung der russischen Basis sei eher eine Art „Sicherung“, so Korotschenko.

    Armeniens früherer Verteidigungsminister Wagarschak Arutjunjan kommentierte: „Die Geschichte zeigt, dass eine relative Stabilität im Südkaukasus immer mit der russischen Präsenz zusammenhing. Man braucht Russland, damit es keinen Krieg gibt. Sowohl Aserbaidschan als auch die Türkei begreifen heute, dass sich keine Konfliktsituation in der Region ohne Moskau regeln lässt.“

    Nach Ansicht des armenischen Politik-Experten Sergej Minasjan steht die Modernisierung der Militärbasis kaum in Zusammenhang mit der aktuellen russisch-türkischen Eiszeit, denn die Lieferung neuer Hubschrauber war bereits 2013 angekündigt worden: „Diese Maßnahme war planmäßig, wobei die armenische Regierung entsprechend den geltenden Abkommen und Vereinbarungen Landeplätze für die Maschinen sicherte.“

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    Der russische Politik-Experte Alexander Gussew betonte, Russland habe die Türkei nie bedroht und immer gutnachbarliche Beziehungen mit ihr angestrebt. Zwar habe die Türkei kürzlich einen Rückschlag für diese Beziehungen verursacht, doch „trotz der gewissen Schwierigkeiten“ sei Moskau auch jetzt bestrebt, „sich gegenüber der Türkei würdig zu verhalten“, so Gussew. Das bilaterale Verhältnis hatte sich nach dem Abschuss einer russischen Su-24 durch die Türkei im November drastisch verschlechtert. Die Türkei behauptet, der Kampfjet sei in ihren Luftraum eingedrungen. Laut Moskau erfolgte der Abschuss über Syrien.

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