10:46 14 Dezember 2017
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    Der ukrainische Flugzeugmotorenhersteller „Motor Sitsch“

    Statt Waffenlieferungen für Kiew wollen USA Waffen in der Ukraine bauen

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    Waffenlieferungen an Ukraine (115)
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    Die USA wollen einen neuen Rüstungskonzern in der Ukraine aufbauen. Der ukrainische Flugzeugmotorenhersteller „Motor Sitsch“ soll das Mutterunternehmen der neuen Holding werden, meldet das französische Portal „Intelligence online“ unter Berufung auf Quellen in der US-Rüstungsindustrie.

    Der Motorenhersteller solle mit weiteren ukrainischen Rüstungsfirmen zusammengelegt und mit US-amerikanischen Produktionsanlagen ausgestattet werden. Im Dezember 2015 meldete „Intelligence online“, dass führende US-amerikanische Waffenfirmen – darunter L3 Communications und Raytheon – am Aufbau der ukrainischen Holding beteiligt sein werden. Das neue Unternehmen – so das Portal – werde über alle notwendigen Kompetenzen verfügen, um Reparaturen und Modernisierungen an der ukrainischen Waffentechnik durchführen zu können.

    Wie das Militärforum „bmpd“ des russischen Zentrums für Strategie- und Technologieanalysen schreibt, ist die Gründung des neuen Konzerns fester Bestandteil der US-amerikanischen Strategie zur militärischen Unterstützung der Ukraine. Dazu gehöre auch ein neuer Gesetzentwurf: der Ukrainian Warfighter Assistance Act, den der US-Kongressabgeordnete Duncan D. Hunter im vergangenen Dezember ins Repräsentantenhaus eingebracht habe. Der Entwurf sehe die Lieferung aller notwendigen Technologien an die Ukraine vor, um das Land in die Lage zu versetzen, Panzerabwehrraketen herzustellen. Die Technologie solle der ukrainische Motorenspezialist bekommen.

    „Motor-Sitsch“ – so die Analysten des Zentrums – ist eine der wenigen erfolgreichen ukrainischen Rüstungsfirmen. Die Aktiengesellschaft sei in privater Hand, was amerikanischen Aktionären ermögliche, sich an der Firma zu beteiligen, den Technologie-Transfer zu überwachen und zukünftig den Markt für die Modernisierung alter sowjetischer Technik zu erschließen.

    Zudem würden die Modernisierungsmaßnahmen langfristig ermöglichen, den offiziellen Verzicht auf den Export letaler Waffen in die Ukraine zu umgehen – indem die Produktion von Waffensystemen vor Ort aufgenommen werde.

    Bis vor kurzem war „Motor-Sitsch“ der größte Hersteller von Triebwerken für russische Hubschrauber, wie auch für die Antonow-Transportflugzeuge und die russischen Trainingsflugzeuge Jak-130. Momentan wird in Russland die Produktion der Hubschrauber-Turbine WK-2500 vorbereitet, die die früheren Motoren aus ukrainischer Herstellung ersetzen soll.

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    Tags:
    Waffen, WK-2500, Jak-130, Motor Sitsch, Ukraine, USA
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